Ernährung ist ein Bestandteil der Sorge für das körperliche und psychische Wohlbefinden. Regelmäßige Mahlzeiten, eine bedarfsgerechte Ernährung und ein gut zu bewältigender Tagesablauf können hilfreich sein, wenn Angst den Alltag erschwert. Eine Angststörung kann jedoch eine psychologische Behandlung, Medikamente oder beides erfordern. Die Lebensmittelauswahl sollte diese Behandlung unterstützen.
Die Behauptung, dass alle Medikamente gegen Angst abhängig machen, ist irreführend. Medikamente unterscheiden sich hinsichtlich ihres Nutzens, ihrer Nebenwirkungen und dessen, was beim Absetzen zu beachten ist. Besprechen Sie Bedenken mit der verschreibenden Ärztin oder dem verschreibenden Arzt, statt die Behandlung durch eine restriktive Ernährung oder ein Nahrungsergänzungsmittel zu ersetzen.
Beginnen Sie mit einer Ernährungsweise, die Sie beibehalten können
Eine abwechslungsreiche Ernährung kann Gemüse, Obst, Vollkornprodukte oder andere stärkehaltige Lebensmittel, eiweißreiche Lebensmittel und Quellen ungesättigter Fette umfassen. Welche Auswahl geeignet ist, hängt von kulturellen Gewohnheiten, Vorlieben, Allergien, finanziellen Möglichkeiten und etwaigen Erkrankungen ab. Regelmäßig zu essen kann praktikabler sein, als nach einer bestimmten Zutat „gegen Angst“ zu suchen.
Wenn Angst Ihren Appetit mindert, können kleinere, regelmäßige Mahlzeiten und einfache, vertraute Speisen leichter zu bewältigen sein. Eine qualifizierte Ernährungsfachkraft kann helfen, wenn die Nährstoffversorgung unzureichend ist, sich das Gewicht unerwartet verändert oder eine Erkrankung das Essen erschwert. Ängste rund um das Essen, restriktives Essverhalten oder Essanfälle bedürfen einer gezielten Abklärung.
Schokolade, Fisch, Nüsse, Obst und andere häufig empfohlene Lebensmittel
Dunkle Schokolade, fettreicher Fisch, Nüsse, Samen, Beeren, grünes Gemüse und fermentierte Lebensmittel werden häufig für die psychische Gesundheit empfohlen. Viele liefern wertvolle Nährstoffe. Das belegt jedoch nicht, dass der Verzehr einer bestimmten Portion Angst behandelt. Forschung zu Nährstoffen, zur gesamten Ernährungsweise und zu Nahrungsergänzungsmitteln beantwortet unterschiedliche Fragen; ihre Ergebnisse sollten nicht als austauschbar betrachtet werden.
Sie können Lebensmittel, die Sie mögen, in eine ausgewogene Ernährung einbeziehen, ohne ihnen eine medizinische Wirkung zuzuschreiben. Mehr ist nicht automatisch besser, und teure Produkte sind keine Voraussetzung für eine bedarfsgerechte Ernährung. Bei Verdacht auf einen Mangel sind eine Abklärung und ein geeigneter Behandlungsplan sinnvoller als Vermutungen anhand von Symptomen.
Koffein und Alkohol
Koffein kann bei manchen Menschen Unruhe, Zittern oder verstärkte Angst auslösen und den Schlaf beeinträchtigen. Achten Sie darauf, wie sich Kaffee, Tee, Energydrinks und andere Koffeinquellen auf Sie auswirken. Wenn Sie Ihren Koffeinkonsum reduzieren, kann ein schrittweises Vorgehen besser verträglich sein als ein plötzliches Aufhören.
Alkohol mag Angst vorübergehend zu lindern scheinen, kann sich jedoch ungünstig auf Schlaf, Symptome und die Sicherheit der Medikamenteneinnahme auswirken. Er sollte nicht zur Behandlung von Angst eingesetzt werden. Wenn bei Ihnen möglicherweise eine Alkoholabhängigkeit besteht, holen Sie ärztlichen Rat ein, bevor Sie abrupt aufhören zu trinken, da ein Entzug gefährlich sein kann.
Darmgesundheit, Probiotika und Nahrungsergänzungsmittel
Die Beziehung zwischen Darm und Gehirn wird intensiv erforscht. Ein Zusammenhang zwischen Verdauungsbeschwerden und Angst beweist nicht, dass bei einer Person ein Ungleichgewicht des Mikrobioms besteht oder dass ein Probiotikum ihre Angst behandelt. Die Wirkungen können sich je nach Produkt und Erkrankung unterscheiden.
„Natürliche“ Produkte können Nebenwirkungen haben und Wechselwirkungen mit Medikamenten verursachen. Besprechen Sie vor der Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels den Grund für die Einnahme, die wissenschaftlichen Belege dafür und mögliche Wechselwirkungen mit einer ärztlichen oder pharmazeutischen Fachperson. Vermeiden Sie den weitreichenden Verzicht auf Lebensmittel oder Detox-Programme ohne einen klaren medizinischen Grund und eine angemessene fachliche Begleitung.
Wann Sie Hilfe suchen sollten
Holen Sie fachlichen Rat ein, wenn Angst anhält, erheblichen Leidensdruck verursacht oder Schlaf, Beziehungen, Arbeit oder Essen beeinträchtigt. Eine klinische Fachperson kann Angststörungen, die körperliche Gesundheit und andere mögliche Erklärungen berücksichtigen. Eine evidenzbasierte Behandlung lässt sich individuell anpassen.
Unterstützende Alltagsgewohnheiten wie regelmäßiger Schlaf, Bewegung, die Freude macht, soziale Unterstützung und eine ausgewogene Ernährung können Teil eines umfassenderen Plans sein. Sie sollten realistisch und flexibel sein. Wenn es schwerfällt, sie beizubehalten, ist das ein Anlass, Unterstützung zu suchen – nicht, sich für anhaltende Symptome selbst Vorwürfe zu machen.


