Living a Life in Balance
Komplexe psychische Erkrankungen und Sucht bewältigen: ein Weg von Selbstverletzung zu innerer Elternschaft
Mit Robin Lefever
Abdullah Boulad reflektiert über sein Gespräch mit Robin Lefever zur Bewältigung komplexer psychischer Erkrankungen und Sucht: ein Weg von Selbstverletzung zu innerer Elternschaft …

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Komplexe psychische Erkrankungen und Sucht bewältigen: ein Weg von Selbstverletzung zu innerer Elternschaft
Robin Lefever
Themen dieses Gesprächs
Robins Kindheit und Beginn der Sucht
Familienklinik und frühe Behandlungsversuche
Studium und Einstieg in den therapeutischen Beruf
Weitere Themen
- Familienkultur und Frühintervention
- Selbstverletzung und emotionaler Zustand in der Kindheit
- Internat und soziale Schwierigkeiten
- Vorübergehende Erleichterung durch die Sucht und Reue
Der Gast
Robin Lefever
Robin Lefever ist bei mir in Living a Life in Balance zu Gast und vermittelt fachliche Einblicke, eigene Erfahrungen und Überlegungen zu den Themen dieser Episode.
Vom Gastgeber
Gedanken zum Gespräch
Was mir aus diesem Gespräch besonders in Erinnerung blieb
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Im Gespräch mit Robin Lefever beeindruckte mich, wie Sucht, emotionaler Schmerz und die Voraussetzungen für eine nachhaltige Genesung miteinander in Verbindung gebracht wurden. Diese Themen werden häufig getrennt voneinander erörtert, obwohl sie sich im Leben eines Menschen fortwährend gegenseitig beeinflussen können.
Mir wurde erneut bewusst, dass das Beenden eines Verhaltens nur ein Teil der Genesung ist. Dauerhafte Veränderung hängt häufig davon ab, zu verstehen, welchen Zweck die Substanz oder das Verhalten erfüllte, was nach ihrem Wegfall zutage tritt und welche Beziehungen und Strukturen eine andere Lebensweise unterstützen können.
Auch deshalb sollte ein Rückfall ehrlich betrachtet und nicht auf moralisches Versagen reduziert werden. Sicherheit und Verantwortungsübernahme sind wichtig, doch Scham bietet selten eine stabile Grundlage für Veränderung. Ein schlüssiger Plan muss den Menschen, sein Umfeld und die Zeit nach dem Ende intensiver Unterstützung berücksichtigen.
Meine weiterführende Überlegung ist, dass Balance kein festes Ziel darstellt. Sie ist die Fähigkeit, wahrzunehmen, was geschieht, zu verstehen, wodurch es möglicherweise ausgelöst wird, und bewusster darauf zu reagieren. Professionelle Unterstützung kann dabei helfen, diese Fähigkeit zu entwickeln, muss jedoch stets in den Lebensumständen, Entscheidungen und der Sicherheit der betreffenden Person verankert bleiben.
Zusammenfassung der Episode
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Robin spricht offen über seine frühen Erfahrungen mit Substanzkonsum, die vorübergehende Erleichterung, die eine Sucht verschaffen kann, und darüber, wie emotionale Verletzlichkeit, soziale Ängste und psychische Belastungen häufig hinter Suchtverhalten stehen. Er reflektiert über Rückfälle, Selbstverletzung, depressive Episoden und den komplexen Weg von der ersten Bitte um Hilfe bis zu langfristiger Stabilität.
Das Gespräch behandelt Familiensysteme, Frühintervention, Schadensminderung, therapeutische Gemeinschaften, Machtdynamiken in Kliniken und die Bedeutung der Teamkultur für die Schaffung eines sicheren therapeutischen Umfelds.
Diese Episode thematisiert außerdem Suizidgedanken, psychische Krisen, Neurodivergenz und die Notwendigkeit einer mitfühlenden, am Menschen orientierten Versorgung, die über starre Modelle hinausgeht.
Robin Lefever ist Psychiater und verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in der Behandlung von Suchterkrankungen und psychischen Erkrankungen. Seine Arbeit konzentriert sich auf evidenzbasierte Versorgung, therapeutische Gemeinschaften und die Gestaltung von Behandlungsumgebungen, die unterstützend und ethisch sind sowie auf der klinischen Realität beruhen.
Im gesamten Gespräch kommen wir immer wieder darauf zurück, wie wichtig es ist, hinter sichtbare Symptome oder Verhaltensweisen zu blicken. Es geht nicht darum, jede Erfahrung mit ein und derselben Erklärung zu erfassen, sondern die Kombination aus Vorgeschichte, Beziehungen, Körper, Umfeld und Bedeutung zu verstehen, die für diesen Menschen relevant sein kann.
Das vollständige Transkript
Transkript in der Originalsprache · EN