In Kürze
  • Partnerinnen und Partner, Eltern, Kinder sowie enge Freundinnen und Freunde erleben häufig Unsicherheit, Angst, Überforderung oder Erschöpfung – oft in dem Versuch zu helfen, ohne verlässliche Orientierung.
  • The Balance berücksichtigt daher nicht nur die individuelle Situation, sondern – wo angezeigt – auch das Beziehungssystem, in dem Symptome, Belastungen und Stabilisierung stattfinden.
  • Familien und nahestehende Personen können den Behandlungsverlauf wesentlich beeinflussen.

Wenn ein Mensch belastet ist, betrifft dies in der Regel auch das Umfeld. Partnerinnen und Partner, Eltern, Kinder sowie enge Freundinnen und Freunde erleben häufig Unsicherheit, Angst, Überforderung oder Erschöpfung – oft in dem Versuch zu helfen, ohne verlässliche Orientierung. THE BALANCE berücksichtigt daher nicht nur die individuelle Situation, sondern – wo angezeigt – auch das Beziehungssystem, in dem Symptome, Belastungen und Stabilisierung stattfinden.

DIE ROLLE VON FAMILIEN UND ANGEHÖRIGEN

Familien und nahestehende Personen können den Behandlungsverlauf wesentlich beeinflussen. Ohne klare Struktur kann Unterstützung jedoch unbeabsichtigt folgende Formen annehmen:

  • krisengetrieben
  • emotional reaktiv
  • inkonsistent oder nicht tragfähig

Unser Vorgehen unterstützt Angehörige dabei, von akuter Dringlichkeit und Unklarheit zu einer klinisch sinnvollen Einordnung, Stabilisierung und konstruktiven Beteiligung zu gelangen.

WIE WIR FAMILIEN UNTERSTÜTZEN

Bei vorliegender Einwilligung kann THE BALANCE Angehörige und nahestehende Personen in mehreren Bereichen einbeziehen und unterstützen, unter anderem durch:

  • orientierende Gespräche zur klinisch fundierten Einordnung der Situation
  • strukturierte Familien- oder Paarsitzungen, sofern fachlich angezeigt
  • Unterstützung zu Kommunikation, Grenzen und realistischen Erwartungen
  • Vorbereitung der Reintegration sowie Planung der Versorgungskontinuität nach der Behandlung
  • Einbindung im Rahmen der Nachsorge, sofern indiziert

Umfang und Form der Angehörigenarbeit werden individuell festgelegt und bleiben verhältnismäßig. Nicht jede Konstellation erfordert dieselbe Intensität oder Art der Beteiligung.

EINWILLIGUNG UND GRENZEN

Autonomie und Vertraulichkeit sind zentrale Grundsätze. Eine Einbindung von Angehörigen orientiert sich an:

  • der Einwilligung der betroffenen Person
  • klinischer Indikation und fachlicher Beurteilung
  • ethischen und rechtlichen Verpflichtungen

Wir kommunizieren klar, welche Informationen geteilt werden können und welche nicht, und erläutern die Grenzen nachvollziehbar. Angehörigenunterstützung bedeutet keine Verlagerung von Verantwortung oder Kontrolle, sondern die Herstellung von Stabilität und Verständnis, soweit dies möglich und fachlich vertretbar ist.

WENN EINE NAHESTEHENDE PERSON HILFE ABLEHNT

Ambivalenz oder Ablehnung gegenüber Behandlung ist auch bei erkennbarer Belastung nicht selten. In solchen Situationen können wir Angehörige unterstützen durch:

  • Klärung angemessener Grenzen
  • Besprechung realistischer Optionen und bestehender Einschränkungen
  • Orientierung zu verantwortbaren nächsten Schritten
  • Deeskalations- und Konfliktprävention im Umfeld

Unsere Aufgabe ist nicht Druck auszuüben, sondern verantwortliche Entscheidungen auf Grundlage klinischer Einschätzung zu unterstützen.

ANGEHÖRIGENARBEIT ALS TEIL DER VERSORGUNG

Sofern klinisch angezeigt, kann Angehörigen- oder Beziehungsarbeit Bestandteil der Behandlung oder der Nachsorge sein. Schwerpunkte sind:

  • Kommunikationsmuster
  • Beziehungsdynamiken
  • gemeinsames Verständnis von Risiken, Ressourcen und Zielen
  • langfristige Stabilität und Rückfallprävention im System

Eine Einbindung erfolgt zielgerichtet und zeitlich sowie inhaltlich begrenzt – nicht reaktiv und nicht unbegrenzt.

HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN

Können Angehörige an der Behandlung teilnehmen?

Ja, sofern dies klinisch angezeigt ist und eine Einwilligung der betroffenen Person vorliegt.

Was ist, wenn mein Angehöriger Hilfe ablehnt?

Wir können zu Grenzen, Optionen und verantwortbaren nächsten Schritten beraten.

Bieten Sie Familientherapie an?

Ja, als Teil der Behandlung oder Nachsorge, sofern indiziert.

Können Angehörige direkt Kontakt aufnehmen?

Ja. Eine erste Kontaktaufnahme kann auch durch Angehörige oder bevollmächtigte Vertreterinnen und Vertreter erfolgen.

HINWEIS ZUR VERANTWORTUNG

Die Begleitung eines nahestehenden Menschen in einer Krisen- oder Erkrankungssituation ist emotional belastend. THE BALANCE unterstützt Angehörige mit fachlicher Klarheit, professioneller Haltung und respektvoller Kommunikation – in dem Bewusstsein, dass nachhaltige Stabilisierung häufig auch von der Verlässlichkeit im weiteren Umfeld abhängt.