Gedächtnislücken, ein Gefühl der Abgetrenntheit oder Veränderungen im Identitätserleben können beängstigend sein. Sie müssen sich nicht auf eine Diagnose festlegen, bevor Sie um Hilfe bitten. Dieser Leitfaden erläutert die dissoziative Identitätsstörung, die Inhalte einer fachlichen Abklärung, Behandlungsmöglichkeiten und die Grenzen ihrer Evidenz sowie praktische Unterstützung für Erwachsene und ihnen nahestehende Menschen.
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Häufig gestellte Fragen
Ist die dissoziative Identitätsstörung dasselbe wie die multiple Persönlichkeitsstörung?
Dissoziative Identitätsstörung ist die heutige Bezeichnung für das früher als multiple Persönlichkeitsstörung bezeichnete Störungsbild. Die neuere Bezeichnung betont die Störung der Identität und des zusammenhängenden Erlebens. Unterschiedliche Identitätszustände sind Erfahrungen innerhalb eines Menschen, nicht getrennte Menschen, die sich einen Körper teilen. [1]
Kann mir ein Online-Test sagen, ob ich eine DIS habe?
Nein. Screening-Fragebögen können auf dissoziative Erfahrungen hinweisen, eine DIS aber für sich genommen weder feststellen noch ausschließen. Eine fachliche Abklärung untersucht Symptome, Alltagsbewältigung, medizinische Erklärungen und sich überschneidende Erkrankungen. Ein hoher Screening-Wert ist ein Anlass, Ihre Erfahrungen zu besprechen, keine gesicherte Diagnose. [3]
Bedeutet Stimmenhören, dass ich eine DIS oder Schizophrenie habe?
Keine der beiden Diagnosen lässt sich allein aus Stimmenhören ableiten. Fachpersonen betrachten die Stimmen zusammen mit Gedächtnislücken, Identitätserleben, Überzeugungen, Stimmung, Substanzkonsum und der allgemeinen Alltagsbewältigung. Dissoziation und psychotische Symptome können sich überschneiden; die Abklärung sollte deshalb für mehrere Erklärungen offenbleiben. [3]
Muss ich mich an Kindheitstraumata erinnern, bevor ich Hilfe bekomme?
Nein. Sie können aktuelle Symptome abklären lassen, ohne eine vollständige Traumavorgeschichte vorlegen zu müssen. Beschreiben Sie, was Sie wissen und was ungewiss bleibt. Die Behandlung sollte Sie weder dazu drängen, Erinnerungen wiederzuerlangen, noch neu auftauchende Erinnerungen als unabhängig bestätigte Tatsachen behandeln. [3]
Können Medikamente eine dissoziative Identitätsstörung heilen?
Es gibt kein Medikament, das DIS direkt behandelt. Eine verordnende Fachperson kann Medikamente für eine gesondert abgeklärte Erkrankung wie Depression oder Angst empfehlen. Fragen Sie, auf welches Symptom das Medikament abzielt und wie Nutzen und Nebenwirkungen überprüft werden. [1], [2]
Was sollte ich tun, wenn ein nahestehender Mensch offenbar den Identitätszustand wechselt?
Bleiben Sie ruhig und konzentrieren Sie sich auf die aktuellen Bedürfnisse der Person. Wenn sie verwirrt wirkt, erklären Sie kurz, wer Sie sind und wo sie sich befindet. Richten Sie sich nach zuvor vereinbarten Unterstützungswünschen, statt einen bestimmten Identitätszustand einzufordern. Holen Sie dringend Hilfe, wenn die Sicherheit gefährdet ist. [7]
Redaktionelle Evidenz
Evidenz und Quellen
Ausgewählte klinische Leitlinien, begutachtete Forschung und Public-Health-Quellen, die in diesem Artikel verwendet wurden.
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