- Autogenes Training ist eine von Johannes Heinrich Schultz entwickelte Entspannungstechnik, die Selbstsuggestion mit passiver Konzentration auf körperliche Empfindungen verbindet.
- Die Übungsfolge richtet die Aufmerksamkeit auf Schwere, Wärme, Atmung, Bauch, Herzschlag und Stirn, um einen selbstregulierten Entspannungszustand zu fördern.
- Regelmäßiges Üben ist entscheidend; Einsteiger können angeleitete Sitzungen nutzen und später die meist 15 bis 30 Minuten dauernde Sequenz selbstständig durchführen.
Autogenes Training (kurz: AT) ist eine Entspannungstechnik, die im Bereich der Stressbewältigung und der Selbstregulierungsstrategien einen einzigartigen Platz einnimmt. Sie wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von dem deutschen Psychiater Johannes Heinrich Schultz entwickelt und beruht auf dem Prinzip, einen selbsthypnotischen Zustand herbeizuführen, um eine tiefe Entspannung zu erreichen. Die Wirkung des autogenen Trainings zielt auf einen besonderen Mechanismus ab, bei dem die Praktizierenden Übungen durchführen, die sich auf Empfindungen von Wärme und Schwere in verschiedenen Körperteilen konzentrieren, unterstützt durch Selbstsuggestion und konzentrierte Aufmerksamkeit.
Einer der einzigartigen Aspekte von AT ist seine Betonung der passiven Konzentration. Im Gegensatz zu anderen Formen der Meditation oder Entspannungstechniken, die eine aktive Konzentration erfordern, fördert AT einen Zustand passiver Konzentration, in dem der Einzelne Gedanken und Empfindungen unbeteiligt fließen lässt. Dieser Aspekt der Passivität ist es, der AT von anderen Entspannungstechniken unterscheidet und zu seiner Wirksamkeit beiträgt.
AT wird in verschiedenen Bereichen eingesetzt, u. a. zur Stressbewältigung, zur Behandlung psychosomatischer Störungen und zur Verbesserung von Konzentration und Leistung. Sie wird oft als ergänzende Therapie neben anderen Behandlungen in der Psychotherapie und Beratung eingesetzt. Die Einfachheit und der nicht-invasive Charakter des autogenen Trainings machen es einem breiten Spektrum von Menschen zugänglich, unabhängig von Alter oder körperlichen Fähigkeiten. Insgesamt bietet autogenes Training einen ganzheitlichen Ansatz zur Stressbewältigung und zur Verbesserung der psychischen Gesundheit, was es zu einem wertvollen Instrument im Bereich der psychologischen Therapien und der Selbstfürsorgepraxis macht.