In Kürze
  • Drogenkonsum und Abhängigkeit können unterschiedliche Substanzen und Konsummuster umfassen.
  • Je nach Substanz und Verlauf können Gehirn und Nervensystem, Emotionsregulation sowie Leistungs- und Funktionsfähigkeit in unterschiedlichem Ausmaß beeinträchtigt werden.
  • Die Versorgung erfolgt individualisiert, integriert und unter klinischer Governance.

Drogenkonsum und Abhängigkeit können unterschiedliche Substanzen und Konsummuster umfassen. Je nach Substanz und Verlauf können Gehirn und Nervensystem, Emotionsregulation sowie Leistungs- und Funktionsfähigkeit in unterschiedlichem Ausmaß beeinträchtigt werden.

Bei THE BALANCE werden drogenbezogene Schwierigkeiten nicht als isoliertes „Substanzproblem“ verstanden, sondern als komplexe Muster, die durch Stressbelastung, Trauma, Bewältigungsstrategien, neurobiologische Faktoren und den jeweiligen Lebenskontext geprägt sein können. Die Versorgung erfolgt individualisiert, integriert und unter klinischer Governance.

Substanzen werden zu Beginn mitunter eingesetzt, um:

  • Stimmung oder emotionalen Zustand zu verändern
  • Stress, Angst oder depressive Symptomatik zu dämpfen
  • Energie, Fokus oder Selbstsicherheit zu steigern
  • seelische oder psychische Belastung zu vermeiden oder zu überdecken

Im Verlauf kann sich ein zwanghaftes Konsummuster entwickeln, insbesondere wenn Toleranz zunimmt und die zugrunde liegenden Auslöser unbehandelt bleiben.

HÄUFIG BETROFFENE SUBSTANZEN

Drogenbezogene Schwierigkeiten können u. a. folgende Substanzgruppen betreffen:

  • Stimulanzien (einschließlich Kokain)
  • Sedativa oder dämpfende Substanzen
  • Opioide
  • Freizeitdrogen oder synthetische Substanzen

Die Wirkungen unterscheiden sich je nach Substanz deutlich; Muster von Abhängigkeit, Dysregulation und Funktionsbeeinträchtigung weisen jedoch häufig Überschneidungen auf.

Betroffene können u. a. Folgendes erleben:

  • Kontrollverlust über den Konsum
  • zunehmende Toleranz oder steigende Konsumfrequenz
  • starkes Craving oder zwanghafte Konsummuster
  • Stimmungslabilität oder ausgeprägte emotionale Schwankungen
  • Schlafstörungen und Erschöpfung
  • eingeschränktes Urteilsvermögen oder beeinträchtigte Entscheidungsfähigkeit
  • Belastungen in Beziehungen, Beruf oder körperlicher Gesundheit

Unter Stress oder emotionaler Überlastung verstärken sich Konsummuster häufig.

DROGENKONSUM BEI KOMPLEXEN KLINISCHEN BILDERN

Bei THE BALANCE werden drogenbezogene Schwierigkeiten häufig im Zusammenhang gesehen mit:

  • Traumafolgen oder unverarbeiteten emotionalen Erfahrungen
  • Angststörungen oder depressiven Störungen
  • Burnout oder chronischer Stressbelastung
  • Alkoholkonsumstörung oder Verhaltenssüchten
  • psychosomatischen oder stressassoziierten Beschwerden

Der Konsum wird daher als Bestandteil eines umfassenderen klinischen Gesamtbildes beurteilt und nicht isoliert behandelt.

TRAUMASENSIBLER UND REGULATIONSFOKUSSIERTER ANSATZ

Substanzen können als Versuch dienen, innere Zustände zu beeinflussen oder zu stabilisieren. Entsprechend richtet sich die Behandlung u. a. auf:

  • die klinische Einordnung der Funktion des Konsums
  • die Unterstützung der Regulation des Nervensystems
  • die Reduktion der Abhängigkeit von Substanzen als Bewältigungsstrategie
  • den Aufbau alternativer Strategien zur Emotions- und Stressregulation

Veränderungen werden schrittweise, indikationsgeleitet und unter Sicherheitsaspekten umgesetzt.

Die Versorgung ist:

  • diagnostikgeleitet und individuell ausgerichtet
  • multidisziplinär und eng koordiniert
  • in allen Disziplinen traumasensibel umgesetzt
  • auf psychologische, physiologische und verhaltensbezogene Dynamiken ausgerichtet

Je nach Indikation können Psychotherapie, psychiatrische Behandlung, ärztliche Überwachung, neurobiologische und somatische Verfahren sowie strukturierte Behandlungssettings Bestandteil eines integrierten Gesamtplans sein.

DIE ROLLE VON MEDIZINISCHER STABILISIERUNG UND ENTGIFTUNG

Sofern klinisch angezeigt, kann eine medizinische Stabilisierung und Entgiftung erforderlich sein. Diese erfolgt:

  • nach sorgfältiger Indikationsprüfung
  • unter ärztlicher Aufsicht
  • als Bestandteil des übergeordneten Behandlungsprozesses

Entgiftung wird als Stabilisierungsschritt verstanden, nicht als vollständige Behandlung.

STATIONÄRE UND AMBULANTE BEHANDLUNGSKONTEXTE

Abhängig von Konsummuster, Risiko und Komplexität kann die Versorgung erfolgen im Rahmen von:

  • Individualisierte stationäre Behandlung
  • Stationäre Behandlung in Kleingruppen
  • Medizinische Stabilisierung & Entgiftung
  • Ambulante Behandlung & Kontinuität der Versorgung

Die Wahl des Versorgungsniveaus richtet sich nach Diagnostik, klinischer Indikation und Sicherheitsaspekten.

WICHTIGER HINWEIS ZUR GENESUNG

Genesung bei drogenbezogenen Schwierigkeiten verläuft häufig nicht linear. Fortschritte können sich zeigen durch:

  • verbesserte Regulation und Stabilität
  • geringere Abhängigkeit von Substanzen
  • mehr Bewusstsein für Auslöser und Risikosituationen
  • tragfähige Bewältigungsstrategien
  • wiederhergestellte Funktionsfähigkeit und gesundheitliche Stabilisierung

Der Fokus liegt auf nachhaltiger Stabilisierung und langfristiger Genesung, nicht ausschließlich auf kurzfristiger Abstinenz.

NÄCHSTE SCHRITTE

Wenn Drogenkonsum Ihre Gesundheit, Beziehungen oder Funktionsfähigkeit beeinträchtigt, kann das Aufnahmeteam vertraulich orientieren und dabei unterstützen, die klinisch angemessenen nächsten Schritte festzulegen.