Khat ist die Pflanze Catha edulis. Ihre Blätter und Triebe enthalten die Stimulanzien Cathinon und Cathin. In Teilen Ostafrikas und der Arabischen Halbinsel, darunter im Jemen, hat der Konsum eine lange Tradition. Der pflanzliche Ursprung macht Khat nicht harmlos; kulturell geprägter Konsum sollte jedoch nicht automatisch mit einer Sucht gleichgesetzt werden.
Was ist Khat?
Khat ist auch unter Namen wie Qat, Chat und Miraa bekannt. Seine wichtigsten Wirkstoffe sind chemisch mit Amphetamin verwandt. Das bedeutet nicht, dass Khat dieselbe Wirkstärke, dasselbe Abhängigkeitsrisiko oder dieselbe rechtliche Einstufung wie Kokain oder ein anderes Stimulans hat.
Das Khat-Profil der EUDA beschreibt die chemischen Eigenschaften und Wirkungen. Khat und synthetische Cathinon-Produkte, die unter Bezeichnungen wie „Badesalze“ verkauft werden, sind nicht gleichzusetzen. Unterschiedliche Substanzen, Zubereitungen und Expositionsmuster können mit unterschiedlichen Risiken verbunden sein.
Auswirkungen auf die Gesundheit
Khat kann die Wachheit, die Herzfrequenz und den Blutdruck erhöhen. Zu den weiteren berichteten Wirkungen zählen Schlafstörungen, verminderter Appetit, Reizbarkeit, Verstopfung und Probleme beim Wasserlassen. Wiederholter Konsum kann die Ernährung, den Schlaf und die Alltagsbewältigung beeinträchtigen. Auch schwerwiegendere psychiatrische Symptome, darunter paranoide Vorstellungen oder Halluzinationen, wurden berichtet.
Auch über Leberschäden und Herz-Kreislauf-Komplikationen wurde berichtet. Die Evidenz unterscheidet sich je nach untersuchter Folge und kann durch andere Substanzen oder Erkrankungen beeinflusst sein. Es ist nicht angemessen, jeden berichteten Zusammenhang als zwangsläufigen, irreversiblen Schaden darzustellen oder eine allgemein sichere Konsummenge anzugeben.
Wirkung und Wirkungsdauer variieren. Eine pauschale Schätzung der Ausscheidungsdauer sollte nicht als Grundlage dafür dienen, wann der Konsum einer anderen Substanz, das Autofahren oder eine anspruchsvolle Tätigkeit sicher ist. Sprechen Sie bei der Abklärung von Symptomen oder Wechselwirkungen mit Medikamenten mit einer Ärztin oder einem Arzt über den Khat-Konsum.
Wann dringend Hilfe erforderlich ist
Brustschmerzen, ein Krampfanfall, ein Zusammenbruch, Atemnot, starke Überhitzung oder ausgeprägte Verwirrtheit erfordern eine notfallmedizinische Abklärung. Auch starke Unruhe, Halluzinationen oder Gedanken an Selbstverletzung erfordern rasche Hilfe; rufen Sie den Rettungsdienst, wenn jemand unmittelbar gefährdet ist. Informieren Sie die behandelnden Fachkräfte über Khat, andere Substanzen und Medikamente, ohne dadurch die Behandlung zu verzögern.
Problematischer Konsum und Abhängigkeit
Manche Menschen entwickeln ein Konsummuster, das sich nur schwer kontrollieren lässt oder trotz schädlicher Folgen fortbesteht. Anlass zur Sorge geben unter anderem wiederholt erfolglose Versuche, den Konsum zu reduzieren, starkes Verlangen, die Vernachlässigung wichtiger Aktivitäten oder zunehmende Auswirkungen auf Gesundheit, Beziehungen oder Finanzen. Dies erfordert eine fachliche Abklärung statt Annahmen aufgrund von ethnischer Zugehörigkeit, Aussehen oder kulturellem Hintergrund.
Eine Toleranzentwicklung führt nicht zwangsläufig zu einer Sucht. Ebenso begründet gelegentlicher Konsum noch keine Störung. Körperliche Anpassung, psychisches Erleben und eine Substanzkonsumstörung sind miteinander verbundene, aber unterschiedliche Konzepte. Eine qualifizierte Fachkraft kann das gesamte Konsummuster beurteilen.
Den Konsum beenden und Unterstützung erhalten
Nach wiederholtem Konsum berichten manche Menschen beim Absetzen über Müdigkeit, gedrückte Stimmung, Reizbarkeit, Schlafveränderungen oder starkes Verlangen. Der Verlauf ist unterschiedlich; es gibt weder eine etablierte, allgemein anwendbare 24-Stunden-Entgiftung noch einen festen zeitlichen Ablauf des Entzugs. Eine ausgeprägte Depression oder andere besorgniserregende Symptome sollten abgeklärt werden.
Eine Behandlung kann den Substanzkonsum, die körperliche und psychische Gesundheit sowie praktische Bedürfnisse gemeinsam berücksichtigen. Die Evidenz für eine spezifisch auf Khat ausgerichtete Behandlung ist begrenzt. Behandelnde Fachkräfte können auf Ansätze für Stimulanzienkonsumstörungen zurückgreifen, darunter motivierende Gesprächsführung, kognitive Verhaltenstherapie und Kontingenzmanagement, und dabei die Grenzen dieser Evidenz erläutern.
Ein Entgiftungsprogramm mit Aufenthalt in einer Behandlungseinrichtung ist nicht automatisch notwendig. Der Behandlungsrahmen richtet sich nach medizinischen oder psychiatrischen Risiken, dem Konsum anderer Substanzen und der Unterstützung zu Hause. Es gibt kein etabliertes Medikament, das eine Genesung von khatbezogenen Problemen garantiert. Nachsorge und Unterstützung sollten individuell vereinbart werden, ohne die unbelegte Behauptung aufzustellen, dass die meisten Menschen im ersten Monat einen Rückfall erleiden.
Rechtlicher Status
Die Vorschriften unterscheiden sich von Land zu Land und können zwischen der Pflanze und ihren chemischen Wirkstoffen unterscheiden. Pauschale Aussagen, Khat sei auf einem ganzen Kontinent legal, falle überall in dieselbe Kategorie wie Kokain oder unterliege einer allgemeingültigen medizinischen Ausnahmeregelung, sind nicht verlässlich. Prüfen Sie die aktuellen offiziellen Vorschriften des betreffenden Landes, bevor Sie rechtliche oder reisebezogene Entscheidungen treffen.


