Eine Midlife-Krise bezeichnet eine mögliche belastende Lebensphase und ist nicht automatisch mit einem Testosteronmangel oder einer sogenannten Andropause gleichzusetzen. Psychische, soziale und körperliche Faktoren können zu Beschwerden beitragen. In dieser Zeit sind die Gefühle der Männer in der Midlife-Crisis oft von Nervosität, Unruhe und Gereiztheit gekennzeichnet. Dies kann dazu führen, dass sie ungewöhnliche Entscheidungen treffen und sich zum Beispiel spontan einen neuen Sportwagen kaufen oder sich eine jüngere Partnerin suchen.
Wir berichten in diesem Artikel alles über Anzeichen, Dauer, Symptome und Behandlung dieser belastenden Krise.
Eine Midlife-Krise ist nicht das männliche Gegenstück zur Menopause. Testosteron nimmt mit dem Alter meist allmählich ab; ein behandlungsbedürftiger Hormonmangel ist eine eigenständige Diagnose und erklärt nicht jede Krise. Auch Frauen können eine Midlife-Krise durchmachen, doch bei den Männern beginnt diese meist am Höhepunkt ihres Lebens, wenn Karriere, Familienplanung, Hauskauf etc. bereits abgeschlossen sind.
Ein altersbedingter Hormonabfall bedeutet nicht zwangsläufig eine Hodenatrophie oder Erkrankung. Erektionsprobleme, Erschöpfung und Stimmungsschwankungen können unterschiedliche Ursachen haben und sollten bei anhaltenden Beschwerden ärztlich abgeklärt werden. Oftmals beginnen die negativen Gefühle sowie die anderen Symptome der Midlife-Krise im Alter von 40 bis 50 Jahren.
Die Midlife-Crisis (deutsch: Krise der Lebensmitte oder Midlife-Krise) ist eine existenzielle Krise, die als psychischer Zustand der Unsicherheit und Angst im mittleren Alter auftritt.
Dauer und Ausprägung einer belastenden Lebensphase sind individuell und lassen sich nicht aus einem angenommenen Beginn der Andropause ableiten. Je nach Gesundheitszustand, Symptomen, Beschwerden und allgemeiner Zufriedenheit kann die Midlife-Crisis wenige Monate bis mehrere Jahre andauern.
Angst, Stress oder Trauer sind nicht gleichbedeutend mit einer Erektionsstörung. Veränderungen und Verluste können belastend sein; anhaltende psychische oder sexuelle Beschwerden verdienen eine individuelle Abklärung.
Midlife-Crisis: Mann & Gefühle
- Das dringende Bedürfnis, große Veränderungen im Leben vorzunehmen, weil die Zeit knapp ist
- Gefühle der Unzufriedenheit bezüglich der Ehe, Karriere oder Gesundheit
- Angst
- Innere Leere
- Unruhe wegen Veränderungen im Aussehen
- Gereiztheit
- Wut
- Unruhe wegen Veränderungen im Aussehen
- Schönheitswahn
- Verlust der Ausdauer
- Schuldgefühle
- Pessimismus
- Überlastung
- Selbstzweifel
- Vergesslichkeit
- Hitzewallungen
- Konzentrationsstörungen
- Schlafprobleme
- Nervosität
- Haarausfall (Kopf, Augenbrauen usw.)
- Vermehrter Bauchansatz
- Verminderter Schulterumfang
- Ergrauen der Haare
Anzeichen für Depression
Neben den oben genannten Symptomen gibt es gewisse Anzeichen, denn aus einer Midlife-Crisis kann eine schwere Depression entstehen:
- Änderungen der Essgewohnheiten
- Änderungen der Schlafgewohnheiten
- Verlust des Interesses an Aktivitäten, die früher Spaß gemacht haben
- Unerklärliche Müdigkeit
- Gefühle der Hoffnungslosigkeit
- Probleme morgens aufzustehen
- Stimmungsschwankungen
- Gefühl der Einsamkeit
- Sich unangemessen schuldig fühlen
- Suizidgedanken: sofort professionelle Hilfe suchen; bei unmittelbarer Gefahr 112 rufen
Eine Midlife-Crisis kann laut Experten für Männer entweder zu Wachstum oder zu Zerstörung führen. Wenn Männer die Ursachen für ihr Unglück finden und dann wohlüberlegte Entscheidungen treffen, um sie anzugehen, dann ist das Wachstum.
Wenn Männer jedoch impulsive Entscheidungen fällen, wie zum Beispiel das Eintauschen der langjährigen Ehepartnerin gegen eine unstetige Beziehung mit einer jüngeren Partnerin, dann kann dies unter Umständen zur “Zerstörung des Lebensglücks führen.
Hormonbehandlung
Am Anfang steht eine ärztliche Beurteilung der Beschwerden und möglicher Ursachen. Bei begründetem Verdacht wird Testosteron gezielt gemessen; die Diagnose erfordert passende Symptome und wiederholt erniedrigte morgendliche Werte. Eine Ersatztherapie kommt erst nach bestätigter Diagnose und Nutzen-Risiko-Abwägung infrage.
Unterstützende Medikamente
Medikamente richten sich nach einer ärztlich bestätigten Erkrankung, etwa einer Depression oder Erektionsstörung; sie sind keine pauschale Behandlung einer Midlife-Krise. Verschreibung und Verlaufskontrolle erfolgen ärztlich.
Psychotherapie
Menschen, die eine Midlife-Crisis erleben, können durch eine Therapie enorme Erleichterung erfahren.
Eine Therapie kann helfen:
- Ein Trauma zu lösen
- Einen Plan für die Zukunft zu entwickeln
- Beziehungen vor den Herausforderungen der Midlife-Crisis zu schützen
- Dem Alterungsprozess einen Sinn zu geben
- Den Wert der gegenwärtigen Partnerin zu erkennen
- Ungünstige Charaktereigenschaften wie Untreue zu besiegen
- Einen Karrierewechsel zu bewältigen
- Mit Enttäuschungen in einer Beziehung umzugehen
- Mit Impotenz Leben zu lernen
- Die Heilung der erektilen Dysfunktion zu unterstützen
Die Arbeit mit einem Psychotherapeuten bietet die Möglichkeit, das Selbstbewusstsein und Mitgefühl für sich selbst in dieser schwierigen Lebensphase zu verbessern. Der Mann hat die Möglichkeit, verdrängte Probleme aufzuarbeiten und Ziele anzugehen, die möglicherweise noch nicht verwirklicht wurden. Ein Therapeut kann einer Person helfen, Wünsche und Ängste zu erforschen, ohne sich rücksichtslos oder auf eine Weise zu verhalten, die das Leben dieser Person negativ beeinflussen könnte. Männer, die aufgrund der Midlife-Krise unter Angstzuständen, Depressionen oder Gefühlen der Leere leiden, können durch die Therapie entscheidend Besserung erfahren.
Eine Therapie ist dann sehr effektiv, wenn zwischen Therapeut und Therapieperson eine enge und vertrauensvolle Beziehung besteht. Zu den Therapieformen, die während einer Midlife-Crisis besonders effektiv sein können, gehören:
- Trauma fokussierte Therapie: Männer, die in ihrer Lebensmitte mit einem Trauma zu tun haben oder versuchen, ein frühkindliches Trauma zu bewältigen, können von einer Trauma-Therapie profitieren. Die infrage kommenden Techniken sind Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR), traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie (TF-KVT) und Emotional Freedom Technique (EFT)
- Paarberatung: Paarberatung kann Partnern dabei helfen, zu lernen, wie sie mit der Midlife-Crisis des Partners umgehen können. Paare arbeiten in der Therapie zusammenarbeiten, um ihre Beziehungen zu retten.
- Familientherapie: Die Midlife-Crisis des Mannes kann die ganze Familie betreffen. Herausforderungen in der Erziehung, wie z. B. Verhaltensprobleme des Kindes, können die Herausforderungen einer Midlife-Crisis weiter verschärfen.
- Kognitive Verhaltenstherapie: Für viele Menschen beginnt eine Midlife-Crisis mit negativen oder falschen Gedanken über das Altern, was es bedeutet, attraktiv zu sein oder wie ein erfolgreiches Leben aussieht. Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) hilft Menschen, die Beziehung zwischen ihren Gedanken, Gefühlen und Verhaltensweisen zu verstehen. Die Therapie hilft dem Mann, ungesunde oder automatische, negative Gedanken zu erkennen und sie durch gesündere Gedanken zu ersetzen, welche die Ziele einer Person unterstützen.
Umgang mit Mann in Midlife-Crisis
Wenn ein geliebter Mensch eine Midlife-Crisis erlebt, fühlen sich seine Partnerin, Familie und Freunde möglicherweise überfordert. Bei Drohungen oder Gewalt hat Sicherheit Vorrang. Eine Lebenskrise rechtfertigt keine Gewalt; suchen Sie vertrauliche Fachberatung und einen individuellen Sicherheitsplan. Bei akuter Gefahr rufen Sie die Polizei unter 110, bei medizinischen Notfällen 112.
Die folgenden Verhaltensstrategien können hilfreich sein:
- Urteilsfreies Zuhören: Die Frau sollte verstehen, dass ihr Mann nicht freiwillige diese Gefühle hat, sondern er leidet und jemanden benötigt, der auf seiner Seite ist. Sie sollte ihn nicht heruntermachen oder über ihn urteilen, sondern ihm verständnisvoll zuhören.
- Mitgefühl und Empathie: Die Partnerin sollte sich mit ihren eigenen Ängsten vor dem Älterwerden auseinandersetzen, um sich besser in den Zustand des Mannes hineinversetzen zu können und eventuell auf diese Weise die eigenen Bedenken und Sorgen aufzuarbeiten.
- Die Therapie des Mannes priorisieren: Männer gehen nicht gerne zum Arzt oder Psychologen. Dies ist jedoch nötig, damit der Mann Hilfe erhält. Daher sollte sie sich darum kümmern, dass der Mann die Therapie bekommt.
- Die Frau sollte dem geliebten Mann den nötigen Raum geben, um sich über seine Gefühle klarzuwerden.
- Vertretung der eigenen Interessen: Die Frau sollte nach einem neuen Hobby oder einer anderen Beschäftigung Ausschau halten, um sich abzulenken. Wenn ein geliebter Mensch eine Midlife-Crisis hat, fühlt sich die Partnerin möglicherweise ängstlich oder bekommt ebenfalls eine depressive Phase. Wenn sie jedoch die eigenen Interessen verfolgt, dann kann dies ein sinnvolles Ventil darstellen und den Wunsch verringern, die Midlife-Crisis bei ihm selbst heilen zu wollen.
- Die Partnerin sollte ggf. eine Einzeltherapie in Anspruch nehmen, um sich über die eigenen Gefühle bzgl. das Älterwerden klar zu werden sowie den Umgang mit der Midlife-Krise und das Setzen von neuen Zielen für die Zukunft zu erlernen.
- Ermutigen: Es ist wichtig, dass der Mann nicht ins Grübeln verfällt, wenn negative Gefühle und Gedanken hochkommen. Er soll von der Frau dazu ermutigt werden, seine Emotionen zu kontrollieren.
- Bestätigung und Anerkennung: Familie und Partnerin sollten dem Mann unbedingt mit Lob und Anerkennung entgegenkommen.
- Dankbarkeit fördern: Dankbarkeit ist eine starke, positive Emotion, die dem Mann helfen kann, sich und sein Leben positiver zu sehen. Wenn er eine dankbare Haltung einnimmt und all die guten Dinge schätzt, die er bereits geschafft hat, dann kann ihm das weiterhelfen, bessere Entscheidungen zu treffen. Dies kann vor allem die Partnerin erheblich beeinflussen.


