Living a Life in Balance
Scham und Stigma bei Sucht überwinden: Genesung stärken und Rückfällen vorbeugen
Mit Jacobo Rengifo Cavestany
Abdullah Boulad reflektiert sein Gespräch mit Jacobo Rengifo Cavestany über Scham und Stigma bei Sucht, nachhaltige Genesung und Rückfallprävention.

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Scham und Stigma bei Sucht überwinden: Genesung stärken und Rückfällen vorbeugen
Jacobo Rengifo Cavestany
Themen dieses Gesprächs
Sucht verbergen & Entdeckung durch die Familie
Glücksspiel, Geständnis & Suizid der Schwester
Trauer, Depression & Emotionaler Zusammenbruch
Weitere Themen
- Hilfsmittel zur Bewältigung von Depressionen
- Erste Suchterfahrungen, emotionale Vermeidung & Früher Kontakt
- Kindheit, Genetik & Umfeld
- Verhaltenssucht vs. substanzgebundene Sucht
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Der Gast
Jacobo Rengifo Cavestany
Über Jacobo: Da Jacobo den Weg durch Sucht und Genesung selbst gegangen ist, verbindet er in seiner Arbeit eigene Erfahrungen auf besondere Weise mit therapeutischer Fachkompetenz. Er versteht die Komplexität von Rückfällen, die Last der Scham und den Mut, den Heilung erfordert. Mit Empathie und Authentizität hilft er anderen Menschen, ihren eigenen Weg nach vorn zu finden.
Vom Gastgeber
Gedanken zum Gespräch
Was mir aus diesem Gespräch besonders in Erinnerung geblieben ist
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Im Gespräch mit Jacobo Rengifo Cavestany beeindruckte mich, wie Sucht, emotionaler Schmerz und die Bedingungen für eine nachhaltige Genesung miteinander in Verbindung gebracht wurden. Diese Themen werden oft getrennt voneinander behandelt, obwohl sie sich im Leben eines Menschen fortlaufend gegenseitig beeinflussen können.
Mir wurde erneut bewusst, dass das Beenden eines Verhaltens nur ein Teil der Genesung ist. Dauerhafte Veränderung hängt häufig davon ab, zu verstehen, welche Funktion die Substanz oder das Verhalten erfüllt hat, was nach ihrem Wegfall zutage tritt und welche Beziehungen und Strukturen eine andere Lebensweise unterstützen können.
Auch deshalb sollten Rückfälle ehrlich betrachtet und nicht auf moralisches Versagen reduziert werden. Sicherheit und Verantwortungsübernahme sind wichtig, doch Scham bietet nur selten eine stabile Grundlage für Veränderung. Ein schlüssiger Plan muss die Person, ihr Umfeld und die Zeit nach dem Ende intensiver Unterstützung berücksichtigen.
Meine weiterführende Überlegung ist, dass Balance kein festes Ziel ist. Sie ist die Fähigkeit, wahrzunehmen, was geschieht, zu verstehen, was möglicherweise dahintersteht, und bewusster darauf zu reagieren. Professionelle Unterstützung kann helfen, diese Fähigkeit zu entwickeln, muss jedoch in den Lebensumständen, Entscheidungen und der Sicherheit der Person verankert bleiben.
Zusammenfassung der Folge
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Jacobo spricht offen darüber, was es wirklich bedeutet, den Tiefpunkt zu erreichen – Manipulation, Rückfälle und Suizidgedanken – und erinnert sich zugleich an die Momente, die ihm halfen, seinen Genesungsprozess zu beginnen: Therapie, Vertrauen und die Fähigkeit, sich Emotionen zu stellen, statt vor ihnen zu fliehen.
Heute bringt Jacobo als Behandler seine eigene Erfahrung in die Begleitung anderer Menschen ein. Er erklärt, weshalb Empathie, Ehrlichkeit und eine individuell ausgerichtete Genesung im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen und wie langfristige Heilung tatsächlich aussieht: unvollkommen, nicht linear, aber zutiefst menschlich.
Hören Sie ein unverstelltes Gespräch über Sucht, Verlust und Genesung – und über die Kraft, die ein Neuanfang erfordert.
Im Verlauf des Gesprächs kommen wir immer wieder darauf zurück, wie wichtig es ist, unter die Oberfläche sichtbarer Symptome oder Verhaltensweisen zu blicken. Es geht nicht darum, jede Erfahrung in ein einziges Erklärungsmuster zu pressen, sondern die Kombination aus Vorgeschichte, Beziehungen, Körper, Umfeld und Bedeutung zu verstehen, die für diesen Menschen relevant sein könnte.
Das vollständige Transkript
Transkript in der Originalsprache · EN