Eine Alkoholabhängigkeit ist behandelbar. Alkoholentzug kann Krampfanfälle oder ein lebensbedrohliches Delir auslösen und muss vorab ärztlich eingeschätzt werden. Je nach Risiko ist eine medizinisch begleitete ambulante oder stationäre Behandlung geeignet. Ein eigenständiger kalter Entzug ist bei möglicher körperlicher Abhängigkeit gefährlich.
Wir berichten in diesem Artikel alles über die besten Kliniken für Alkoholentzug und welche Therapieoptionen dort möglich sind.
Beim Alkoholentzug werden Beschwerden und Risiken nach einer Reduktion oder dem Absetzen behandelt. Ärztlich eingesetzte Medikamente können insbesondere Krampfanfälle und Delir verhindern helfen. Die Auswahl und Überwachung richtet sich nach der individuellen Situation; Medikamente dürfen nicht eigenständig dosiert werden.
Die Behandlung soll Beschwerden lindern, Komplikationen früh erkennen und den Übergang in die weitere Suchtbehandlung ermöglichen. Ein vollständig beschwerdefreier oder risikofreier Entzug lässt sich nicht versprechen. Ärztliches, pflegerisches und therapeutisches Personal begleiten den Verlauf.
In der Alkoholentzug-Klinik wird der Patient in dieser Zeit individuell begleitet. Es wird zusammen mit dem Fachpersonal ein Ausweg vom Griff zur Flasche gefunden. Der Patient probiert unter Betreuung aus, ohne Alkohol zu leben und dabei keine Angst vor körperlichen Schäden zu haben sowie Verantwortung für sein Leben zu übernehmen.
Ambulante und stationäre Therapie: Alkohol
In der Regel werden bei den Suchtkliniken in Deutschland mehrere Formen der Alkohol-Suchttherapie angeboten:
- Ambulante oder teilstationäre Behandlung: Sie kommt bei entsprechend niedrigem medizinischem Risiko, zuverlässiger Unterstützung und regelmäßiger Kontrolle infrage. Dauer und Kontrollhäufigkeit werden individuell festgelegt.
- Stationärer Entzug: Der Patient bleibt über mehrere Wochen hinweg in der Suchtklinik.
Die Therapiemaßnahmen umfassen bei Suchtkliniken in der Regel die Kontrolle sowie Behandlung von Symptomen. Es finden zudem täglich individuelle Therapiegespräche im Rahmen der psychotherapeutischen Entwöhnungsbehandlung statt.
Untersuchungen, Verlaufskontrollen und gegebenenfalls Medikamente senken das Komplikationsrisiko, schließen es aber nicht vollständig aus. Krampfanfälle, Halluzinationen, starke Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörungen sind Notfälle: Rufen Sie 112.
Im Rahmen einer intensiven Psychotherapie werden Ursachen für die Sucht erarbeitet. Ebenfalls können die Psychotherapeuten ermitteln, ob zum Beispiel eine zugrundeliegende ADHS oder Depressionen vorliegen, die eventuell medikamentös behandelt werden sollten. Das Training neuer Verhaltensstrategien im Alltag und der Umgang mit der Krankheit stehen ebenfalls im Vordergrund.
Mögliche Bestandteile eines individuellen Therapieplans
- Assessment: Medizinische Einschätzung, Entzugsrisiko und persönliche Therapieziele
- Stabilisierung: Überwachung und Behandlung körperlicher und psychischer Beschwerden
- Weiterbehandlung: Psychotherapie und Behandlung von Begleiterkrankungen nach individuellem Bedarf
- Rückfallprävention: Bewältigungsstrategien und Nachsorge frühzeitig planen; die Bausteine sind nicht an feste Wochen gebunden
Jede renommierte Suchtklinik bietet auch ein nach stationäres Angebot für die ehemaligen Alkoholiker an. Es besteht in der Regel aus Psycho- und Gruppentherapie. Nach dem stationären Aufenthalt in der Alkoholentzug-Klinik kann die ambulante Therapie auch bei einem Kooperationspartner der jeweiligen Klinik eingeleitet werden und muss nicht zwingend in der Alkoholentzug-Klinik stattfinden.
Gerade im Bereich der Entzugs- und Suchtherapie gibt es besondere Luxuskliniken, die ein ganzheitliches Therapieprogramm anbieten. Zielgruppen sind hier zum Beispiel Executives, wie Manager und Vorstandsvorsitzende oder Spitzensportler.
Die Alkoholentzugskliniken bieten neben der medizinischen Versorgung, gesunden Ernährung und Psychotherapie verschiedene Therapiebausteine an, die den Patienten helfen, sich mental zu öffnen und die psychische sowie körperliche Abhängigkeit zu besiegen. Folgende Therapien werden in der Regel bei diesen Kliniken angeboten:
- Akupunktur allenfalls als ergänzendes Angebot; sie ersetzt keine wirksame Entzugsbehandlung und verhindert kein Delir oder Krampfanfälle
- Entspannungsmethoden
- Gruppenangebote mit der Möglichkeit der Teilnahme an Infogruppen und Selbsthilfegruppen für Frauen und Männer
- Kreativtherapien
- Körperbezogene Therapien
- Psychoedukative Gruppen zum Krankheitsverständnis
- Rückfallvermeidungstraining
- Ernährungsberatung
Akute Beschwerden beginnen häufig innerhalb von Stunden nach einer deutlichen Reduktion und können mehrere Tage dauern. Schwere Verläufe oder Begleiterkrankungen verlängern die Behandlung. Die qualifizierte Entzugsbehandlung und anschließende Rehabilitation dauern je nach Bedarf länger; eine feste 28-Tage-Regel gibt es nicht.
Langzeittherapie in Alkoholkliniken
Eine Alkoholabhängigkeit kann einen längerfristigen Verlauf mit Rückfällen haben, aber anhaltende Remission und Genesung sind möglich. Nachsorge und Rückfallprävention werden individuell geplant.
Für eine stationäre Behandlung sprechen insbesondere frühere Entzugskrampfanfälle oder ein Delir, schwere aktuelle Beschwerden, relevante instabile körperliche oder psychische Erkrankungen, akute Suizidgefahr oder fehlende sichere Unterstützung. Eine Diagnose wie ADHS allein macht eine stationäre Behandlung nicht automatisch erforderlich.
Welche die beste Klinik für Alkoholkrankheit ist, hängt zum Beispiel von der Erfahrung der Klinik im Bereich psychische Erkrankungen und Ihrem individuellen Krankheitsbild ab. Sehr gute Kliniken für Alkoholsucht haben in der Regel meist eine hohe Fallzahl und daher viel Erfahrung mit dieser Sucht:
Psychiatrische Fachklinik Langenberg
Die Fachklinik Langenberg für psychische Krankheiten bietet den ambulanten und stationären Alkoholentzug an. In der Klinik werden außerdem psychische Erkrankungen, wie zum Beispiel Borderline, Angststörungen, Demenz, Psychosen, Depression, Burnout und andere Suchterkrankungen behandelt. Sie befindet sich in Velbert, Nordrhein-Westfalen. Die Einrichtung verfügt über 76 Betten. In der Fachabteilung für Alkoholsucht der
allgemeinen Psychiatrie/Schwerpunkt Suchtbehandlung wurden bereits viele Fälle von Alkoholsucht behandelt.
Zentrum für seelische Gesundheit Marienheide
In Marienheide in Nordrhein-Westfalen bietet das Zentrum für seelische Gesundheit Marienheide die stationäre und teil-stationäre Entzugsbehandlung an. Die Fachklinik für psychische Erkrankungen verfügt über 177 Betten. Es gibt 3 Fachabteilungen der allgemeinen Psychiatrie. In der Abteilung Schwerpunkt Suchtbehandlung wurden bereits viele Fälle im Bereich der Alkoholsucht behandelt.
LVR-Klinik Düren
Laut Statistik verzeichnet auch diese Fachklinik für psychische Erkrankungen mit Sitz in Düren, Nordrhein-Westfalen viele Fälle im Bereich der Alkoholsucht. Sie bietet die ambulante und stationäre Alkoholentzugsbehandlung an und verfügt über 541 Betten. Es gibt 3 Fachabteilungen für Alkoholsucht, unter anderem die allgemeine Psychiatrie und die Tagesklinik.
kbo-Isar-Amper-Klinikum München-Ost
Die Alkoholentzug-Klinik bietet an mehreren Standorten die stationäre und ambulante Suchttherapie an. Viele Fälle im Bereich Alkoholsucht werden im Isar-Amper-Klinikum stationär in Haar in Bayern- und ambulant in München-Ost behandelt. Das große Krankenhaus in München verfügt über 823 Betten. Behandelt wird in der Fachabteilung für Alkoholsucht im Bereich der allgemeinen Psychiatrie. In der Abteilung werden psychische Störungen behandelt, die durch den Missbrauch von Substanzen wie Beruhigungsmittel, Drogen oder Alkohol hervorgerufen wurden, welche das Nervensystem beeinflussen.
Psychiatrisches Zentrum Nordbaden
Im psychiatrischen Zentrum Nordbaden (PZN) in Wiesloch in Baden-Württemberg werden viele Fälle im Bereich der Alkoholsucht
behandelt. Die Fachklinik für psychische Erkrankungen verfügt über 793 Betten und 3 Fachabteilungen für psychische Erkrankungen. In der Klinik für Suchttherapie und Entwöhnung werden ambulante und stationäre Entgiftungen sowie Psychotherapie angeboten.
Da Alkoholismus in Deutschland als eine ernstzunehmende Krankheit anerkannt ist, die langwierige Folgekrankheiten wie zum Beispiel Leberzirrhose mit sich bringen kann, wird der Alkoholentzug von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen bis zu einem bestimmten Satz bezahlt.
Ob eine private Behandlung übernommen wird, hängt vom Versicherungsvertrag, der medizinischen Notwendigkeit und einer möglichen vorherigen Zusage ab. Lassen Sie sich die Kostenübernahme vor Beginn schriftlich bestätigen; bei Privatkliniken ist eine Erstattung nicht garantiert.


