- Aktuelle Empfehlungen weisen darauf hin, dass eine Therapie mit Benzodiazepinen über einen kurzen Zeitraum durchgeführt werden soll, ohne ihre Anwendung über einen längeren Zeitraum fortzusetzen.
- In der Realität befolgen Ärzte und Patienten die Empfehlungen jedoch nicht immer.
- Ärzte haben diese Medikamentengruppe zunächst mit Begeisterung aufgenommen, sie ersetzte weitgehend Barbiturate.
Aktuelle Empfehlungen weisen darauf hin, dass eine Therapie mit Benzodiazepinen über einen kurzen Zeitraum durchgeführt werden soll, ohne ihre Anwendung über einen längeren Zeitraum fortzusetzen. In der Realität befolgen Ärzte und Patienten die Empfehlungen jedoch nicht immer. Die langfristige Einnahme von Benzodiazepinen führt zu einer Abhängigkeit. In solchen Fällen wird es schwierig.
Benzodiazepine werden als psychoaktive Medikamente eingestuft. Sie wirken angstlösend, beruhigend, hypnotisch und krampflösend. Wirksam bei der Behandlung von Angststörungen, Schlaflosigkeit, Epilepsie, Drogen- und Alkoholentzugserscheinungen.
Benzodiazepine Überdosis und Entzug
Die Benzodiazepine wurden bereits 1955 entwickelt und ab 1959 in Apotheken verkauft (das erste Medikament hieß Valium). Ärzte haben diese Medikamentengruppe zunächst mit Begeisterung aufgenommen, sie ersetzte weitgehend Barbiturate. In den 1980er-Jahren wurde jedoch eine schwerwiegende Nebenwirkung festgestellt und zwar es macht Patienten süchtig. Studien haben gezeigt, dass Benzodiazepine bei längerer Einnahme das Gehirn ähnlich schädigen wie Alkohol bei Missbrauch. Gerade aufgrund der arzneimittelähnlichen Wirkung werden sie nur auf Rezept verkauft und nur in begrenztem Umfang verschrieben, da es später zu einem Entzugssyndrom kommen kann.
Wenn Benzodiazepine in den menschlichen Körper gelangen, wirken sie auf spezielle Rezeptoren im Gehirn, die GABA-Rezeptoren genannt werden. Dies ist ein sehr komplexer chemischer Prozess.
Kurz erklärt interagieren Benzodiazepine mit dem GABA-Rezeptor in der synaptischen Membran, wo Signale zwischen Neuronen oder zwischen einem Neuron und einem Arbeitsorgan übertragen werden. Dieser Rezeptor ist dafür bekannt, dass er beim Auftreffen auf Gamma-Aminobuttersäure (tatsächlich ist dies GABA) die Übertragung von nervöser Erregung unterdrückt. Benzodiazepine “tricken” den Rezeptor aus, indem sie als GABA wahrgenommen werden. Da es viele davon gibt und jedem dies auf seine Weise gelingt, werden die Wirkungen einer solchen “Hemmung” (Schläfrigkeit, Muskelentspannung, antikonvulsive Wirkung und natürlich Sedierung) in unterschiedlichen Verhältnissen in verschiedenen Medikamenten dieser Gruppe kombiniert.
Tilidin-Schmerzmittelsucht und Überdosis-Symptome
Normalerweise benötigt ein Medikament eine bestimmte Wirkung, wie z. B. die Verringerung von Angstzuständen. In diesem Fall können alle anderen, die mit Benzodiazepin-Medikamenten einhergehen, zu unerwünschten Nebenwirkungen werden. So kann beispielsweise Schläfrigkeit die Leistungsfähigkeit eines Patienten mindern, zu Unaufmerksamkeit, ständigem Müdigkeitsgefühl oder sogar zu einem Autounfall führen.
Wie oben erwähnt, werden Benzodiazepine zur Behandlung von Angstzuständen, Epilepsie und Schlafstörungen eingesetzt. Je nach Konzentration bestimmter Bestandteile dieses Arzneimittels hat es eine unterschiedliche Hauptwirkung. Somit lassen sich alle Benzodiazepine in drei Hauptgruppen einteilen.
In dieser Liste sind alle Benzodiazepine in Gruppen eingeteilt und in absteigender Reihenfolge ihrer Wirkstärke angeordnet.
Eine Reihe von Benzodiazepinen hat starke Antikonvulsiva-Wirkung und wird zur Behandlung von Epilepsie eingesetzt.
Benzodiazepine mit Antikonvulsiva-Wirkung umfassen:
- Hydazepam
- Diazepam (Valium)
- Clobazam (Frisium)
- Clonazepam (Klonopin)
- Lorazepam (Tavor)
- Midazolam
- Chlorazepat
Anxiolytische Benzodiazepine lindern Angstzustände. Sie werden zur kurzfristigen Behandlung von Angstattacken verwendet. Benzodiazepine mit anxiolytischer Wirkung umfassen:
- Phenazepam
- Alprazolam(Xanax)
- Bromazepam (Lexotanil)
- Gidazepam
- Clonazepam
- Chlorazepat
- Diazepam
- Lorazepam
- Medazepam
- Oxazepam
Hypnotische Benzodiazepine werden dafür verwendet, um verschiedene Arten von Schlafstörungen zu behandeln.
Die wichtigsten hypnotischen Benzodiazepine sind:
- Brotizolam
- Estazolam
- Flunitrazepam
- Flurazepam
- Loprazolam
- Midazolam
- Nitrazepam
- Temazepam
- Trankvezipam
- Triazolam
In welcher konkreten Situation, wie lange und in welcher Dosierung man Benzodiazepine einnehmen sollte, entscheidet nur Hausarzt. Der Patient wiederum sollte sich strikt an die Anweisungen des Hausarztes halten, um unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden.
Benzodiazepine werden von Ihrem Arzt bei Problemen wie Angstzuständen, Panikstörungen, Schlaflosigkeit, Muskelkrämpfen und Krampfanfällen verschrieben. Benzodiazepin-Missbrauch bezieht sich auf die Einnahme von Medikamenten in höheren Dosen als vorgeschrieben. Wenn solche Mittel länger als 2-4 Wochen verwendet werden oder die Dosis wird einfach so erhöht, entwickelt sich eine körperliche Abhängigkeit. Chronische Überdosierung kann zu schnellen Stimmungsschwankungen, Angstzuständen, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen und Schwäche führen. Menschen, die Benzodiazepine missbrauchen, brauchen spezialisierte Hilfe.
Bis heute gibt Statistik erschreckende Zahlen aus. Laut Deutschem Ärzteblatt sind in Deutschland mehr als 1,6 Millionen Menschen in irgendeiner Form von Benzodiazepinen abhängig. Ärzte versuchen, diese Medikamentengruppe nur zur Kurzzeittherapie einzusetzen, da das Risiko, eine Toleranz und Abhängigkeit zu entwickeln, unglaublich hoch ist. Der Benzo-Missbrauch ist besonders gefährlich, wenn Menschen dieses Medikament einnehmen, ohne dass eine medizinische Indikation vorliegt, um sich unter Drogen zu fühlen.
Aber leider kann sich auch dann eine Sucht entwickeln, wenn Benzo eindeutig nach ärztlicher Verordnung verwendet wird. Manchmal verschreiben Ärzte das Medikament lange Zeit in geringer Dosierung, da der Patient ohne sie nicht mehr normal leben kann. Oder andere Spezialisten verschreiben gleichzeitig Benzo ohne Gedanken, dass auf diese Weise die Dosierung überschritten werden kann.
Es ist unmöglich, genau zu sagen, warum manche Patienten eher eine Sucht entwickeln als andere. Es hängt von einer Reihe von Faktoren ab, wie dem Charakter einer Person oder ihrem sozialen Leben. Aber eines ist sicher bekannt, dass psychische Probleme oft zum Hauptfaktor für Medikamentenmissbrauch werden. Auch Frauen sind stärker gefährdet, da laut Statistik 70 % aller medikamentenabhängigen Frauen sind.
Symptome einer Benzo-Sucht
Benzodiazepine in Tablettenform werden oral eingenommen oder zur Verstärkung der Benzodiazepine Wirkung zu Pulver zerstoßen und in die Vene injiziert. Die Symptome treten als Folge des Wirkungseintritts von Benzodiazepinen auf das Zentralnervensystem auf. Im Allgemeinen ähnelt eine Benzo-Intoxikation einer großen Dosis von Alkohol. Gleichzeitig gibt es keinen alkoholischen Geruch von einer Person und dies ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal, das den Verwandten des Süchtigen hilft, die Benzo-Sucht zu erkennen.
Die Hauptsymptome von Benzodiazepin-Missbrauch sind:
- Undeutliches Sprechen
- Einschränkung der Orientierung zur Zeit oder zum Ort
- Schwindel
- Schläfrigkeit in unterschiedlichem Ausmaß
- Beeinträchtigte Konzentration
- Verminderter Appetit
- Brechreiz
- Verschiedene Sehprobleme
- Euphoriegefühl
- Krämpfe (selten)
- Wahnideen oder aggressive Aussagen
- Albträume im Traum
Bei häufigem Konsum von Benzodiazepinen entwickeln Menschen regelmäßig einen Depressionszustand, ihre Libido nimmt ab und die Erektion bei Männern nimmt ab. Nach Beendigung der Benzodiazepine Wirkung treten häufig Kopfschmerzen, Übelkeit und Stimmungstief auf. Bei der intravenösen Verabreichung des Arzneimittels sind ein Blutdruckabfall, Störungen der Atmung möglich.
Die meisten Nebenwirkungen dieser Arzneimittelgruppe sind auf ihre beruhigende und entspannende Wirkung zurückzuführen. Da die Konzentration der Aufmerksamkeit eines Abhängigen stark reduziert ist, ist dies mit schwerwiegenden Folgen verbunden – Verletzungen, Prellungen. Schläfrigkeit und Schwindel verschlimmern weiterhin die Situation. Wenn sich eine Person in einem ähnlichen Zustand ein Auto fährt, besteht ein hohes Unfallrisiko oft mit tödlichem Ausgang.
Die langfristige Einnahme von Benzodiazepinen verringert die Qualität des Sexuallebens erheblich, beeinträchtigt das Sehvermögen möglicherweise eine Abnahme des Herzzeitvolumens und verlangsamt die Bewegung der Nahrung durch den Magen-Darm-Trakt. Es wurden Fälle von toxischen Leberschäden (Arzneimittelhepatitis), die Entwicklung von chronischer Schlaflosigkeit, Zittern, Hautausschlägen, Gewichtszunahme und chronischer Hypotonie aufgezeichnet. Anterograde Amnesie, Muskelschwäche, hormonelle Veränderungen sind auch möglich. Je länger der Konsum dauert, desto höher ist die Gefahr von Depressionen und Suizidgedanken, der Entwicklung von Panikzuständen und anderen psychischen Störungen.
Gelegentlich treten abnorme Nebenwirkungen auf, die für die Medikamente dieser Gruppe nicht charakteristisch sind. Bei Einnahme einer großen Dosis, die Drogenabhängige praktizieren, sind jedoch durchaus möglich:
- Unmotivierte Aggression
- Krampfanfälle
- Impulsives Verhalten
Am häufigsten tritt ein schlechtes Ergebnis bei Drogenabhängigen auf, die bereits an verschiedenen psychischen Störungen und Persönlichkeitsstörungen leiden. In den meisten Fällen wird dies beim polyvalenten Drogenkonsum beobachtet.
Benzodiazepine Nebenwirkungen im Alter
Langfristige Einnahme und Benzodiazepin-Abhängigkeit ist eine schwere Erkrankung und ein großes Problem im Alter. Eine unzureichende Behandlung der Benzodiazepin-Abhängigkeit bei älteren Menschen kann zu schwerwiegenden medizinischen Komplikationen führen. Ältere Menschen haben weniger kognitive Reserven und sind anfälliger für Nebenwirkungen, was zu häufigen Arztbesuchen führen kann.
Tabak und Alkohol sind die am häufigsten von älteren Menschen konsumierten Substanzen. Benzodiazepine sind die zweithäufigste Substanz, von der ältere Menschen abhängig sind oder welche die missbrauchen. Kognitive Probleme, die durch Missbrauch verursacht werden, können für ältere Erwachsene ernste Probleme darstellen und zu Verwirrungszuständen und „Pseudodemenz“ führen. Etwa 10 % der älteren Patienten, die mit Gedächtnisproblemen einen Arzt aufsuchen, haben tatsächlich eine medikamentöse Ursache am häufigsten Benzodiazepine.
Benzodiazepine sind auch mit einem erhöhten Risiko für Verkehrsunfälle und Stürze bei älteren Menschen verbunden. Ein Absetzen von Benzodiazepinen kann bei Senioren zu erhöhter Aufmerksamkeit und verminderter Vergesslichkeit führen. Das Absetzen der Einnahme führt zu statistisch signifikanten Verbesserungen des Gedächtnisses und der leistungsbezogenen Fähigkeiten. Menschen, die mit Benzodiazepinen aufhörten, hatten auch das Gefühl, dass ihr Schlaf erfrischender und besser geworden ist.
Die Therapie der Entzugssymptome besteht darin, die Einnahme von Benzodiazepinen in der gleichen Dosierung wieder aufzunehmen, bis sich der Zustand normalisiert. Danach wird mit einem schrittweisen Absetzen des Arzneimittels mit einer schrittweisen Dosisreduktion innerhalb von 2-4 Wochen begonnen. Manchmal wird das Basisarzneimittel durch eine äquivalente Menge Diazepam ersetzt, da es die längste Halbwertszeit hat. Seine Metaboliten sind aktiv und ersetzen lange Zeit die Hauptsubstanz, Tabletten sind in verschiedenen Dosierungen erhältlich und es gibt auch eine flüssige Form des Arzneimittels, mit der der Arzt die minimal wirksame Dosis auswählen kann und danach schrittweise reduzieren kann. Chlordiazepoxid kann alternativ zu Diazepam verwendet werden.
Während der Behandlung ist die Verwendung von Nicht-Benzodiazepinen und Alkohol kontraindiziert, da diese Substanzen eine Kreuztoleranz mit Benzodiazepinen aufweisen und schnell eine kombinierte Abhängigkeit verursachen. Eine kognitive Verhaltenstherapie sowie Psychotherapie, bei der dem Patienten geholfen wird, die Benzodiazepin-Abhängigkeit zu bewältigen, kann den Verlauf des Entzugssyndroms lindern.
Prävention des Entzugssyndroms – eine allmähliche Verringerung der Dosis von Benzodiazepinen. In diesem Fall sind die Entzugssymptome entweder nicht vorhanden oder mild und werden viel besser vertragen.
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