
- Als psychische Erkrankung werden grundsätzlich alle Krankheiten definiert, die zu einer erheblichen Abweichung in der Wahrnehmung und im psychischen Verhalten sonst gesunder Menschen führen.
- Eine psychische Erkrankung wirkt sich auf das Denken, das Fühlen und das Handeln der betroffenen Personen aus.
- Dabei wird die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden nicht nur durch individuelle Merkmale beeinflusst.
Als psychische Erkrankung werden grundsätzlich alle Krankheiten definiert, die zu einer erheblichen Abweichung in der Wahrnehmung und im psychischen Verhalten sonst gesunder Menschen führen. Eine psychische Erkrankung wirkt sich auf das Denken, das Fühlen und das Handeln der betroffenen Personen aus. Dabei wird die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden nicht nur durch individuelle Merkmale beeinflusst.
Auch soziale Faktoren und die Umgebung, in der die Betroffenen leben, spielen eine Rolle. Diese Determinanten interagieren dynamisch und können den psychischen Zustand einer Person bedrohen oder schützen. Psychische Erkrankung ist ein Sammelbegriff für Krankheiten, die sich in abnormem Verhalten, Erleben, Wahrnehmen, Fühlen und Denken eines Menschen äussern.
Luxuriöse und private psychosomatische Reha bei psychischen Störungen
Es gibt eine breite Palette an psychischen Erkrankungen, die sich in ganz unterschiedlichen Ausprägungen zeigen können. Eine depressive Verstimmung ist beispielsweise eine vorübergehende, weniger stark ausgeprägte Stimmungsverschlechterung. Bei Persönlichkeitsstörungen handelt es sich um Störungen des Verhaltens, die auch zu starken individuellen Schädigungen führen können.
Dazu gehören schwere Psychosen und Krankheitsbilder, in denen Betroffene die Realität anders wahrnehmen und es zu Wahnvorstellungen, Hallozinationen und Denkstörungen kommt. Die am häufigsten auftretende Psychose ist die Schizophrenie. Psychische Erkrankungen sind ernstzunehmen, denn wer aus psychischen Gründen krank ist, braucht unbedingt professionelle Hilfe.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, mit denen psychische Erkrankungen sicher diagnostiziert werden können. Zur Klassifizierung der psychischen Erkrankungen werden zwei unterschiedliche Systeme herangezogen – die Klassifizierung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der „American Pychiatric Association“ (APA).
Die häufigsten psychischen Erkrankungen zeigen sich durch bestimmte Symptome und Verhaltensänderungen. Dennoch haben alle psychischen Erkrankungen eine individuelle Ausprägung – und nicht immer kann man durch bestimmte Symptome (oder deren Abwesenheit) die richtige Diagnose stellen. Deshalb ist die Betreuung durch Ärzte und Psychologen stark angeraten. In der Folge werden einige der am häufigsten vorkommenden psychischen Erkrankungen beschrieben:
Angststörungen – ein gestörtes Angstempfinden
Die Angst gehört zum Leben, das ist klar. Doch es gibt einen Unterschied zwischen der Angst vor Gefahren und der krankhaften Angst wie Höhen- oder Platzangst. Selbst eine generalisierte Angststörung, bei der Ängste und Sorgen über einen langen Zeitraum auftreten, tritt häufig auf.
Bipolare Störung – Störungen mit Stimmungsschwankungen
Bipolare Störungen sind schwere chronisch verlaufende psychische Erkrankungen, die durch manische und depressive Stimmungsschwankungen charakterisiert sind. Die Manie stellt sich als extremes Hochgefühl dar und die Betroffenen sind überaktiv, euphorisch oder gereizt.
Posttraumatische Belastungsstörung – eine Folge von Katastrophen und Gewalt
Die «Posttraumatische Belastungsstörung» bzw. PTBS ist eine verzögerte Reaktion der Seele auf ein extrem traumatisches Ereignis. Dabei hängt die Länge der Traumata in den meisten Fällen mit der Schwere des Ereignisses zusammen.
Phobien – starke Ängste vor bestimmten Situationen und Objekten
Bei Phobien treten die Ängste immer in bestimmten Situationen auf – und dass in unangemessener Stärke. Dabei wirken sich die überzogenen Ängste auf die Gedanken, Gefühle und das Verhalten der erkrankten Personen aus.
Persönlichkeitsstörungen – wenn Merkmale der Persönlichkeit überzogen sind
Persönlichkeitsstörungen werden in drei Gruppen unterteilt. In der Hauptgruppe A werden exzentrische, sonderbare Persönlichkeiten gefasst, während in der Hauptgruppe B narzistische, dissoziale und Personen mit Borderline-Syndrom gesammelt werden. In der Hauptgruppe C zeigen Betroffene selbstunsichere, abhängige und zwanghafte Störungen.
ADHS – Hyperaktivität bei Kindern und Jugendlichen
Die Abkürzung ADHS steht für «Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom», von dem zwischen fünf und zehn Prozent aller Kinder und Jugendlichen betroffen sind. Sie leiden unter motorischen Unruheständen, wobei die Erkrankung durch Impulsivität, mangelnder Konzentration und Hyperaktivität gekennzeichnet ist.
Essstörungen – krankhafte Verhaltensweisen bei der Nahrungsaufnahme
Es gibt verschiedene Formen der Essstörungen, bei weiblichen Jugendlichen kommt die Magersucht, die sogenannte Anorexie, besonders oft vor. Auch Bulimie – die Ess-Brech-Sucht – und das Binge-Eating, das durch häufig auftretende Essattacken gekennzeichnet ist, sind heutzutage keine Seltenheit.
CO-Abhängigkeit – psychisch erkranken durch einen Suchtkranken
Unter der CO-Abhängigkeit leiden die Familienmitglieder von Suchtkranken. Die Sucht betrifft also nicht nur die Süchtigen selbst, sondern auch Mitglieder aus dem direkten Umfeld, namentlich Freunde sowie der Partner und die Kinder, die teilweise noch stärker leiden.
Insomnie – eine krankhafte Schlafstörung
Insomnie ist eine langanhaltende oder in Abständen wiederkehrende Schlafstörung. Sie zeichnet sich durch Ein- und Durchschlafstörungen sowie körperliche oder auch psychische Beschwerden am Tag aus. Sie kann zahlreiche Folgeerkrankungen mit sich bringen.
Wer tatsächlich an einer psychiatrischen Erkrankung leidet, wird allerdings nicht immer die gleichen Symptome oder Anzeichen haben. Psychische Erkrankungen gibt es in einer immens grossen Menge, sodass es für die Diagnostik auch immer notwendig ist, dass ein Fachmann zur Diagnostik eingesetzt wird. Letztlich werden nur Ärzte oder Psychologen herausfinden, wie eine psychische Erkrankung – beispielsweise die oben genannten, chronischen Krankheiten – korrekt behandelt werden kann.
Grundsätzlich gilt, dass psychische Erkrankungen ganz verschiedene Ausdrucksformen annehmen können und ein breites Spektrum an unterschiedlichen Symptomen abdecken. Es hängt also im Kern von der Erkrankung selbst ab, welche Symptome auftreten. Zudem kann sich auch die Ausprägung der Schwere der Symptomatik von Erkrankung zu Erkrankung ändern, sodass immer der Psychologe oder Psychiater hinzugezogen werden sollte.
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Zusätzlich sollte hier ein Unterschied zwischen körperlichen und psychischen Symptomen gemacht werden, da beides eine mögliche Begleiterscheinung einer psychischen Erkrankung sein kann. Dies sind die klassischen Symptome: Albträume, Wahnvorstellungen, Traurigkeit, Angst, innere Unruhe, Libidoverlust, Rückenschmerzen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Stress, Tinnitus und Zähneknirschen im Schlaf.
Es kommt häufig vor, dass sich die Eltern Sorgen um die seelische Entwicklung ihrer Kinder machen. Doch es ist vollständig normal, wenn es – zumindest vorübergehend – zu Veränderungen kommt, denn alle Kinder zeigen ab und zu Warnzeichen. Doch es existieren auch Situationen, bei denen die Eltern tatsächlich aufmerksam werden sollten.
Wenn sich das Verhalten der Kinder plötzlich verändert und kein Grund für die Veränderung erkennbar ist, sollten die Betreuer – also Eltern, aber auch Lehrer oder Betreuer im Kindergarten – das Verhalten der Kinder genau beobachten. Dadurch wird es ihnen möglich, problematischen Entwicklungen der kindlichen Psyche entgegenzuwirken.
Wenn die Betreuer der Kinder oder deren Eltern feststellen, dass sich das Verhalten der Kinder ändert, sollten sie den Zeitraum festhalten. Bei vorübergehenden Störungen liegen zumeist keine ernstzunehmenden psychischen Erkrankungen wie eine beginnende Depression, ADHS oder ein erweitertes Trotzverhalten zugrunde. Die betreuenden Personen können diesem Verhalten entgegenwirken.
Krankhafte Veränderungen beim Kind oder Jugendlichen können auch phasenweise auftreten, sodass die Krankheitssymptome stärker auffallen. Echte psychische Störungen zeigen häufig Auffälligkeiten, die lediglich mithilfe eines Kinder- oder Jugendpsychaters behandelt werden können. Denn gerade überforderte Eltern sollten die Hilfe eines Fachmanns hinzuziehen.
Es ist sicherlich so, dass jede psychische Erkrankung das Leben und vor allem das Gefühlsleben der Patienten stark negativ beeinflussen kann. An dieser Stelle sollen die psychischen Erkrankungen kurz skizziert werden, um zu zeigen, wie breit und wie gefährlich Erkrankungen sind, die das eigene Selbstbild, aber auch die Wahrnehmung verändern. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit:
Bipolare Störungen: Patienten mit bipolaren Störungen leiden unter Stimmungsschwankungen, d. h. es zeigen sich entweder sehr positive oder sehr negative Stimmungsschwankungen. Diese führen zu einem beschleunigtem Denken, aber auch zu Rededrang, Konzentrationsschwierigkeiten oder aber einem verringerten Schlafbedürfnis. Psychisch zeigen sich Halluzinationen und Wahnvorstellungen.
Schizophrenie: Unter der Schizophrenie versteht sich eine psychische Erkrankung, die als «psychotische Störung» eingeschätzt wird. Sie äussert sich in einer schweren Beeinträchtigung der psychischen Funktionen, wobei die Gedanken wirr werden und der Sprachfluss nur noch schwer nachvollziebar ist. Die Person sieht, hört, spürt oder nimmt Dinge wahr, die es nicht gibt.
Borderline Syndrom: Das Borderline-Syndrom ist eine Persönlichkeitsstörung, die durch Impulsivität und Instabilität gekennzeichnet ist. Besonders stark äussert sich diese psychische Störung bei zwischenmenschlichen Beziehungen. Durch den ständigen Wechsel der Gefühle neigen die betroffeenen Patienten auch zu Selbstverletzungen und verspüren häufig maximale Anspannung.
Depressionen: Depressionen treten in ganz unterschiedlichen Schweregraden auf. Zunächst bilden sich die «depressiven Verstimmungen», die als kleine Schwester der Depression bezeichnet werden kann. Eine echte Depression hingegen äußert sich durch eine tiefe Traurigkeit und einem verminderten Selbstwertgefühl. Langfristig entwickeln einige Betroffene sogar Suizidgedanken.
Um zu testen, ob ein Patient, der die typischen psychischen Symptome an sich bemerkt, wirklich unter der genannten Erkrankung leidet, sollte ein sogenannter «Selbsttest» durchgeführt werden. Mit ihm kann die allgemeine psychische Gesundheit überprüft werden und er hilft Betroffenen bei der Ermittlung einer psychischen Erkrankung.
Psychische Erkrankungen haben beträchtliche negative Folgen sowohl für die Lebensqualität als auch für die Gesundheit der erkrankten Person. In jedem Fall sollte eine solche Erkrankung durch einen Fachmann diagnostiziert und behandelt werden. Ein solcher Test kann lediglich ein Indiz dafür sein, dass es eine Gefährdung gibt.
Der Test selbst basiert auf dem «Mental Health Inventory» (MHI-5). Relevant für die Ermittlung des Ergebnisses sind die folgenden Fragen, die bewertet werden müssen:
- Wie oft empfanden Sie in den letzten vier Wochen das Gefühl des Glücks?
- Wie oft gab es in den letzten vier Wochen das Gefühl von Freude und Entspannung?
- Bestand in den letzten vier Wochen viel Nervosität?
- Gab es ein den letzten vier Wochen das Gefühl von Traurigkeit?
Wurde bei einem Patienten eine psychische Erkrankung diagnostiziert, ist es notwendig, dass die Betroffenen von einem Fachmann, also einem Psychologen oder Psychiater, behandelt wird. Nur ein Arzt verfügt über ausreichend Fachwissen und kann helfen, dass die Erkrankten wieder geheilt werden. Ist die Therapie gestellt, gibt es mehrere Arten der Behandlung.
Grundsätzlich werden zwei unterschiedliche Gruppen unterschieden – die «somatischen Behandlungsmethoden» mit Medikamenten, Elektrotherapie oder einer Therapie, die das Gehirn stimuliert. Alternativ gibt es «psychotherapeutische Behandlungen» wie Verhaltenstherapien, Hypnose oder eine ganz klassische Psychotherapie – allein oder in Gruppen.
So hilft beispielsweise eine kognitive Therapie den Patienten, Verzerrungen im Denken zu eruieren und zu verstehen, wie diese Störungen zu Problemen in ihrem Leben führen. Durch die Identifizierung lernen Patienten, auf andere Weise über ihre Erfahrungen nachzudenken, die Symptome zu vermindern und eine Verbesserung des Verhaltens und der Gefühle zu erreichen.
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