- Anpassungsstörungen sind Reaktionen auf einmalige oder andauernde Ereignisse im Leben, die als extrem belastend empfunden werden.
- Diese Reaktionen verschlechtern den psychischen Zustand (affektive Symptome) oder verändern das Sozialverhalten (zwischenmenschliche Interaktionen) der betroffenen Person negativ.
- Eine Anpassungsstörung tritt auf, wenn Menschen über einen längeren Zeitraum nicht in der Lage sind, eine neue schwierige geistige oder körperliche Verfassung zu akzeptieren oder sich angemessen an eine neue Umgebung anzupassen.
Anpassungsstörungen sind Reaktionen auf einmalige oder andauernde Ereignisse im Leben, die als extrem belastend empfunden werden. Diese Reaktionen verschlechtern den psychischen Zustand (affektive Symptome) oder verändern das Sozialverhalten (zwischenmenschliche Interaktionen) der betroffenen Person negativ. Eine Anpassungsstörung tritt auf, wenn Menschen über einen längeren Zeitraum nicht in der Lage sind, eine neue schwierige geistige oder körperliche Verfassung zu akzeptieren oder sich angemessen an eine neue Umgebung anzupassen.
Dazu können gravierende familiäre Veränderungen, finanzielle Schwierigkeiten oder Verlust gehören. Ausschlaggebend ist nicht, wie extrem das Ereignis aus objektiver Sicht ist, sondern wie belastungsfähig die betroffene Person ist. Anpassungsstörungen sind gekennzeichnet durch einen Zustand subjektiver Belastung und emotionaler Störung, eingeschränkt in sozialen Beziehungen und Leistungsfähigkeit, und können zu hohen Belastungen führen.
Meist setzen die Symptome einer Anpassungsstörung innerhalb von vier Wochen nach dem auslösenden Ereignis ein. Die psychischen Symptome, die eine Anpassungsstörung auszeichnen sind meist:
- Angst und Sorge
- Depressivität und Niedergeschlagenheit
- Ärger und Wut
- Verbitterung
- Verzweiflung
- Isolation
- Bedrängnis
- Traurigkeit
- Verwirrung
- Unfähigkeit das tägliche Leben zu bewältigen
- Verlust der Lebensfreude
- Verminderte Leistungsfähigkeit
- Aggression
- Sozialer Rückzug
- Dissoziales Verhalten
Anpassungsstörungen können sich auch durch körperliche Symptome äußern. Dazu gehören:
- Verspannungen
- Verdauungsstörungen
- Konzentrationsschwäche
- Schwindel
Das Leben besteht aus unterschiedlichen Erfahrungen. Einige dieser Erfahrungen sind verstörend, peinlich, beängstigend und manchmal zutiefst traurig. Die meisten Menschen bewältigen diese Ereignisse durch die Unterstützung ihres sozialen Umfelds, sprechen darüber mit Freunden oder schreiben ihre Sorgen auf. Früher oder später kommen sie über diese Ereignisse hinweg. Menschen mit Anpassungsstörungen reagieren auf Liebeskummer, Scheidung, Arbeitsprobleme und andere belastende Ereignisse mit intensiver emotionaler Verletzlichkeit, die sich manchmal körperlich manifestiert.
Ein objektiv gesehen mittelschweres Ereignis wirft den Betroffenen völlig aus der Bahn. Dies kann bis zum Verlust der Lebensfreude führen. Manche Menschen mit Anpassungsstörung haben gar das Gefühl, dass sie ihr alltägliches Leben nicht mehr bewältigen können, was zu weiterem Kontrollverlust führen kann. Sie passen nicht mehr in die vorherrschenden gesellschaftlichen Normen und erregen damit Aufmerksamkeit. Menschen mit solchen Problemen suchen leider selten einen Arzt auf.
Die Anpassungsstörung ähnelt auf den ersten Blick einigen anderen psychischen Erkrankungen. Dazu gehören Borderline, Asperger-Syndrom und Autismus. Die festgelegten Symptome, die typisch für eine Angststörung sind, sind recht unspezifisch, weshalb es zu Fehldiagnosen kommt und die Krankheit falsch behandelt wird.
Die Fehldiagnose „Anpassungsstörung“ stellt einen klassischen Fall diskriminierender Opfervorwürfe dar, bei denen Opfern vorgeworfen wird, sich nicht an Psychoterror anpassen zu können. Diese und andere Diagnosen veranlassten den führenden Mobbing-Forscher Leyman, Stufe 4 seines 5-stufigen Mobbing-Modells den stigmatisierenden Diagnosen zu widmen. Bestätigt wird diese Einteilung durch die Lehre der Traumatologie, die sich ausführlich mit dem Phänomen der Opfervorwürfe auseinandersetzt
Bei Kindern können übermäßiges Daumenlutschen und Bettnässen sowie wiederholtes Auftreten solcher Verhaltensweisen Indikatoren für Anpassungsstörungen sein. Ereignisse, die eine Anpassungsstörung bei einem Kind auslösen können, sind die Geburt eines Geschwisterkindes, die Scheidung der Eltern oder Tod eines Verwandten, beispielsweise der Großeltern.
Bei älteren Kindern und Jugendlichen äußern sich Anpassungsstörungen häufig in Störungen des Sozialverhaltens. Sie reagieren auf Stresssituationen mit Aggression, Lügen, Schwänzen, Stehlen und anderem unsozialen Benehmen.
Es gibt Ereignisse, mit denen viele Menschen gut umgehen können. Andere werden von genau denselben Ereignissen völlig aus der Bahn geworfen. Dazu kann beispielsweise eine Kündigung gehören. Wer soziale Unterstützung, ein soziales Netzwerk, Hobbies und die richtige Struktur für seinen Alltag hat, kann Rückschläge leichter überwinden. Nach einer kurzen Umorientierung kehren diese Menschen in der Regel zur Normalität zurück.
Sie können ihre Ressourcen nutzen und sich an belastende Lebensereignisse anpassen. 2 % bis 8 % der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen sind dazu aber nicht in der Lage.Anpassungsstörungen sind Reaktionen auf verschiedene Stressfaktoren, die das Leben mit sich bringt. Dazu gehören Scheidung, Mobbing oder Arbeitslosigkeit. Auch der Tod eines geliebten Menschen, eine schwere Krankheit oder eine Ehe können solche Probleme verursachen. Andere belastende Ereignisse sind Unfälle, Raubüberfälle oder Operationen.
Eine Anpassungsstörung tritt nach einem belastenden Ereignis auf und dauert nicht länger als sechs Monate nach dessen Ende. Unter Dauerbelastungen wie Arbeitslosigkeit kann der mit einer Depression einhergehende Verlauf bis zu zwei Jahre andauern. Auch depressive Symptome können langfristig das Risiko einer Depression erhöhen.Im Falle einer Depression ist in manchen Fällen ein stationärer Aufenthalt in einer Einrichtung für psychisch Kranke notwendig, was zu einer vorrübergehenden oder anhaltenden Arbeitsunfähigkeit führen kann.
In vielen Fällen verschwinden die Symptome einer Anpassungsstörung nach einiger Zeit oder mit einer Behandlung jedochvon selbst. Im Kindes- und Jugendalter dauern Anpassungsstörungen länger und haben eine schlechtere Prognose. Der Verlauf der Anpassungsstörung hängt aber auch vom Stresslevel und der sozialen Unterstützung ab. In der Regel führt eine Anpassungsstörung also nicht zur Arbeitsunfähigkeit. Im Falle eines stationären Aufenthalts in einer Psychiatrie erfolgt eine Krankschreibung durch den behandelnden Arzt.
Wenn der Partner unter einer Anpassungsstörung leidet, kann man selbst unterstützend zur Seite stehen. Wichtig ist hier, die Ängste des Partners ernst zu nehmen und diese nicht zu minimieren, nur weil diese nicht für sich selbst gelten. Vielleicht haben Sie sogar das Lebensereignis, welches Ihren Partner so erschüttert hat, gemeinsam erlebt. Ihnen fällt allerdings die Bewältigung dieses Ereignisses wesentlich leichter. In diesem Fall ist es besonders wichtig, dies ihrem Partner nicht vorzuhalten, sondern Verständnis für die individuelle Reaktion zu zeigen. Ein offenes Ohr ist genauso wichtig, wie den Partner auf schöne Unternehmungen mitzunehmen, wenn dieser offen dafür ist.
Auf diese Weise kann man den Betroffenen wieder mit den schönen Seiten des Lebens vetraut machen. Für Partner von Menschen mit Anpassungsstörungen ist es jedoch auch wichtig, die eigene mentale Gesundheit zu schützen und sich selbst nicht in der psychischen Störung des Lebenspartners zu verlieren. Hier können Selbsthilfegruppen für Angehörige von Menschen mit psychischen Störungen helfen. Darüber hinaus ist es wichtig, sich nicht vom eigenen sozialen Umfeld zurückzuziehen und sich nur noch Zeit für den Partner zu nehmen, der mit den Gefühlen der Anpassungsstörung zu kämpfen hat. Nehmen Sie sich Zeit für sich selbst und für Ihre Freunde.
Eine Anpassungsstörung verschwindet oft nach etwa sechs Monaten. Eine Behandlung des Arztes oder Psychiaters, beziehungsweise Psychologen kann die Heilung beschleunigen oder diese verbessern. Vor einer Behandlung muss zunächst abgeklärt werden, inwieweit der oder die Betroffene seinen oder ihren Alltag noch selbstständig bestreiten kann. Erst dann kann entschieden werden, mit welcher Form der Psychotherapie die Anpassungsstörung bekämpft werden soll. Da die Symptome einer Anpassungsstörung von Person zu Person unterschiedlich sind, ist es wichtig, zunächst herauszufinden, welche Symptome ein Betroffener hat und wie stark sie sind, damit die Psychotherapie an die individuelle Situation des Betroffenen angepasst werden kann.
Anpassungsstörungen werden in der Regel verhaltenstherapeutisch behandelt. Während der Therapie werden Verhaltensweisen und Strategien zur Bewältigung von Alltagssituationen entwickelt. Negative Gedanken werden geordnet und neue Verhaltensweisen eingeübt.
Zur Behandlung von Anpassungsstörungen, insbesondere in schwereren Fällen, haben sich einzelne Medikamente im Rahmen einer Psychotherapie als wirksam erwiesen. Sie helfen Betroffenen, ihre Symptome gezielt zu bewältigen und erleichtern die Rückkehr in den normalen Alltag.
Anpassungsstörungen treten auf, wenn ein Mensch mit einem negativen Lebensereignis nicht umgehen kann und sich nur sehr schwer davon erholt. Die Symptome der Anpassungsstörung sind Niedergeschlagenheit, Verlust der Lebensfreude oder auch Wut und Aggression, sowie der Rückzug vom sozialen Leben. Auch körperliche Schwierigkeiten wie Verspannungen können sich bei dem oder der Betroffenen bemerkbar machen. Eine Anpassungsstörung tritt normalerweise innerhalb von 4 Wochen nach dem Lebensereignis auf und hält in der Regel bis zu 6 Monaten an.
Ein Mensch mit einer Anpassungsstörung kann mithilfe eines stabilen Umfelds die psychische Belastung besser verarbeiten. Eine therapeutische Behandlung ist für viele Betroffene sinnvoll, um alte Muster, ummit Problemen umzugehen aufzubrechen und mit neuen, effektiveren Bewältigungsstrategien zu ersetzen. Bei schweren oder chronischen Verläufen, die gegebenenfalls auch zu einer Depression führen können, kann unterstützend eine medikamentöse Therapie eingesetzt werden. Falls Sie bei sich oder einem Angehörigen die oben genannten Symptome feststellen sollten, scheuen Sie sich bitte nicht, sich Ihrem Arzt anzuvertrauen.
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