- Belastungsstörungen resultieren aus einem erlebten, traumatischen oder belastenden Ereignis.
- Das Belastungssyndrom gliedert sich in zwei Arten: Die akute Belastungsstörung (ASD) ist die kurz andauernde sofortige Reaktion auf ein belastendes Ereignis und die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) tritt nach Wochen ein.
- Besonders bei PTBS können die Symptome langwierig und von außerordentlicher Schwere gekennzeichnet sein. Wir beschreiben in diesem Artikel die alles Wissenswerte zum Thema Belastungsstörung.
Belastungsstörungen resultieren aus einem erlebten, traumatischen oder belastenden Ereignis. Das Belastungssyndrom gliedert sich in zwei Arten: Die akute Belastungsstörung (ASD) ist die kurz andauernde sofortige Reaktion auf ein belastendes Ereignis und die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) tritt nach Wochen ein. Besonders bei PTBS können die Symptome langwierig und von außerordentlicher Schwere gekennzeichnet sein.
Wir beschreiben in diesem Artikel die alles Wissenswerte zum Thema Belastungsstörung.
Die Belastungsstörung, auch Belastungssyndrom genannt, ist die Reaktion auf ein einmaliges oder fortbestehendes, traumatisches Ereignis, welches starken Stress seitens des Betroffenen zur Folge hat. Die stressbedingte Belastungsstörung kann sich im Laufe der Zeit chronifizieren und zu permanenten Symptomen und Verhaltensstörungen führen.
Zu den spezifischen Belastungsstörungen gehören die akute Belastungsstörung, auch als Nervenzusammenbruch bezeichnet wird, die posttraumatische Belastungsstörung sowie Anpassungsstörungen. Diese Störungen verursachen ähnliche Symptome, unterscheiden sich jedoch in ihrer Dauer oder Intensität:
- Die akute Belastungsstörung (ASD) beginnt typischerweise unmittelbar nach dem Ereignis und dauert mindestens 2 Tage bis maximal einen Monat.
- Die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) dauert länger als 1 Monat. Sie kann sich als Fortsetzung einer akuten Belastungsstörung oder separat bis zu 6 Monate nach dem Ereignis entwickeln. Aus der PTBS kann sich die chronische Belastungsstörung entwickeln, welche viele Jahre bis lebenslang anhalten kann.
- Anpassungsstörungen: Die Betroffenen fallen nach dem Erleben einer für sie existentiellen Lebensveränderung (Krankheit, Probleme bei der Arbeit, Trennung vom Partner, Übergang in die Rente usw.) in eine depressive Episode mit Verhaltensänderungen und negativem Gemütszustand. Diese Art von Störungen können bei weniger schweren Belastungen auftreten und verringern sich in der Regel im Laufe der Zeit von selbst.
Akute Belastungsstörung
In den Wochen nach einem traumatischen Ereignis kann sich eine Angststörung, die als akute Belastungsstörung bezeichnet wird, entwickeln. ASD tritt typischerweise innerhalb eines Monats nach einem traumatischen Ereignis auf und dauert mindestens drei Tage und bis zu einem Monat an.
Posttraumatische Belastungsstörung
Die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist eine häufige und behindernde Angststörung, die sich entwickeln kann, nachdem eine Person extrem belastenden Ereignissen ausgesetzt war, die durch tatsächliche oder drohende Schäden an sich selbst oder anderen gekennzeichnet sind. Das Ereignis liegt im Allgemeinen außerhalb des Bereichs der üblichen menschlichen Erfahrung und bei fast jeder Person signifikante Belastungsstörung-Symptome von Stress und Angst hervorrufen würde. Zum Beispiel sind stellen diese Geschehnisse eine ernsthafte Bedrohung des eigenen Lebens oder der körperlichen Unversehrtheit dar.
- Ernsthafte Bedrohungen durch Krieg, Entführung oder Umweltkatastrophen
- Misshandlung und Vergewaltigung
- Schädigungen der eigenen Kinder, des Ehepartners oder anderer naher Verwandter und Freunde
- Plötzliche Zerstörung des Eigenheims
- Zeuge eines Mordes oder schweren Unfalls
Die Forschung legt nahe, dass die subjektive Reaktion des Individuums auf das Ereignis (im Gegensatz dazu, wie „die meisten“ Menschen reagieren würden) eine wichtige Determinante ist. Manche Menschen können das Geschehnis gut verarbeiten und bei anderen Menschen ist eine chronische Belastungsstörung vorprogrammiert, die eventuell ein Leben lang anhalten wird.
Die komplexe posttraumatische Belastungsstörung (auf Englisch: Disorders of extreme stress not otherwise specified, kurz DESNOS) ist eine chronische Belastungsstörung der besonderen Art und beschreibt einen traumaassoziierten Symptomkomplex.
In diesem Fall müssen die Kriterien einer PTBS nicht erfüllt sein, denn im Vordergrund stehen die folgenden Beschwerden:
- Chronisch selbst-destruktives Verhalten
- Dissoziative sowie somatoforme Symptome
- Pathologische Selbstkonzepte und Beziehungsstile
Das komplexe Belastungssyndrom tritt nach einem lang anhaltendem, wiederholtem Trauma auf. Ereignisse, in denen die betroffene Person sich über eine längere Zeit hinweg stark unterwerfen musste, lassen die selbstzerstörerischen Verhaltensweisen hervortreten. Zum Beispiel bei einer Entführung, in Kriegsgefangenschaft, bei langjährigem Kindesmissbrauch oder bei einem erzwungenen Aufenthalt in einer Sekte leiden die Betroffenen unter körperlicher Gewalt, Ausbeutung oder Vergewaltigung. Die langanhaltenden oder wiederholten Traumatisierungen bewirken pathologische Veränderungen im Gehirn. Besonders Kinder, die jahrelang missbraucht wurden, werden später häufig mit Somatisierungsstörung, Borderline-Persönlichkeitsstörung oder multipler Persönlichkeitsstörung diagnostiziert.
Obwohl Depressionen und Angstzustände oft im Vordergrund stehen, haben Menschen mit traumabedingten Störungen oft eine Vielzahl von Beschwerden, die nicht offensichtlich mit dem traumatischen Ereignis zusammenhängen.
Symptome der akuten Belastungsstörung
Die folgenden Symptome sind die eines Nervenzusammenbruchs oder einer Panikattacke, die als direkte Reaktion auf ein einmaliges Ereignis folgt:
- Schneller Pulsschlag, Atem und Herzschlag
- Schwitzen
- Ohnmächtig fühlen
- Rot sehen
- Hyperventilieren
- Schreien
- Weinen
Bis zu 4 Wochen nach dem Ereignis können folgende Symptome auftreten, die denen von PTBS sehr ähnlich sind:
Wiederkehrende, unkontrollierbare und störende, belastende Erinnerungen an das Ereignis, bei denen intensives körperliches oder seelisches Leid hochkommt. Viele Patienten einer akuten Belastungsstörung berichten von der Angst, dass sich das traumatische Ereignis wiederholen könnte. Weiterhin kommt es zu Beschwerden, wie ein veränderter Realitätssinn mit Gefühlen der Benommenheit, Gedächtnisverlust, Konzentrationsprobleme, Wutausbrüche, Reizbarkeit, Schlafstörungen, übertriebene Ängstlichkeit und Wachsamkeit sowie Vermeidungsverhalten im Zusammenhang mit dem Ereignis (Personen, Orte, Gespräche, Aktivitäten, Objekte und Situationen). Die Reaktion der Person war in diesem Moment mit intensiver Angst, Hilflosigkeit oder Entsetzen und emotionaler Betäubung (dissoziative oder psychogene Amnesie, Interessenlosigkeit und Entfremdung Bezugspersonen) verbunden. Viele Betroffene berichten von einem unangenehmen Gefühl einer verkürzten Zukunft.
Posttraumatische Belastungsstörung-Symptome
Die Beschwerden des posttraumatischen Belastungssyndroms resultieren entweder aus der akuten Belastungsstörung oder sie treten erst nach einem Monat des Ereignisses oder später auf. Kinder, Männer und Frauen weisen in der Regel leicht abweichende Symptome auf und werden daher separat genannt. Außerdem werden die Beschwerden bei Erwachsenen, die ein Kindheitstrauma erlitten haben, beschrieben.
Belastungsstörung-Symptome bei Frauen
- Schlafprobleme
- Sozialer Rückzug
- Innere Unruhe
- Häufige Stimmungsschwankungen
- Schwache Libido
- Emotionslosigkeit
- Wutausbrüche und aggressive Reaktionen
- Selbstmordgedanken
Stressbedingte Belastungsstörung: Symptome bei Kindern
- Häufige Momente der Trauer
- Vermeidungsverhalten
- Unruhezustände
- Interessenlosigkeit
- Konzentrationsprobleme
- Anhänglich
- Aggressiv
- Ängstlich
Allgemeine Symptome bei Männern
- Schwache Libido
- Chronisch schlechte Laune
- Aggressiv und Gereizt
- Übermäßiger Alkoholkonsum
Belastungsstörung-Symptome bei Erwachsenen mit Kindheitstrauma
- Aggressiv und leicht reizbar
- Suchterkrankungen, vor allem schwerer Alkoholismus
- Essstörungen
- Schlaflosigkeit
- Flashbacks und fragmentierte Kindheitserinnerungen
- Albträume
- Sexuelle Erregungsprobleme: Entweder zu sehr oder zu wenig erregt.
- Zynische und negative Sichtweisen
- Extreme Kritik sich selbst und anderen gegenüber
- Selbstsabotage und geringer Selbstwert
- Beziehungsunfähig
- Kein Vertrauen in sich selbst und in andere
Eine Person mit einer umfangreichen Vorgeschichte von psychischen Problemen, die dann ein traumatisches Ereignis erlebt, kann besonders anfällig für die Entwicklung einer PTBS sein. Die chronische Belastungsstörung weist eine hohe Komorbidität mit anderen psychiatrischen Erkrankungen auf. Betroffene mit einer chronischen PTBS erleben in der Regel auch chronische Stimmungsstörungen, die mit einer der folgenden mentalen Störungen verbunden ist:
- Klassische Depressionen
- Dysthymie
- Suchterkrankungen
- Phobien
- soziale Angststörung
- generalisierte Angststörung
- Agoraphobie
- Panikstörung
- Borderline
Die PTBS ist nur eine, wenn auch spezifische, Form der Traumafolgestörungen. Die psychosomatische Belastungsstörung ist zum Beispiel dissoziativen Folge-Störungen wie der somatoformen Schmerzstörung verbunden.
Suchterkrankung & psychosomatische Belastungsstörung
Frühere Traumata und die Entwicklung einer PTBS können auch Risikofaktoren für eine spätere Exposition gegenüber zusätzlichen Traumata sowie der Entwicklung anderer psychosomatischer und psychischer Krankheiten sein, insbesondere im Fall von Suchterkrankungen. Es wurde zum Beispiel die Hypothese aufgestellt, dass Alkohol- und Substanzmissbrauch in vielen Fällen den Versuch einer Person darstellt, ihre Belastungsstörung-Symptome „selbst zu behandeln“. Das Problem am erhöhten Alkohol- und/oder Drogenkonsum ist, dass die Betroffenen in diesem Zustand gefährdet sind, weitere traumatische Ereignisse zu erleben, als wenn sie nüchtern sind und ihr Verhalten sowie die Situationen, denen sie sich aussetzen, unter Kontrolle haben.
Bei Angst-, Panik- und Abhängigkeitsstörungen steht eine Übererregungskomponente im Vordergrund und, bei Somatisierungsstörung, Depression sowie dissoziativen Störungen ist die Vermeidungskomponente vorherrschend.
Der Artikel
Über diesen Artikel
✔ Medizinisch geprüft
✔ Evidenzbasierte Quellen
✔ Regelmäßig aktualisiert
✔ Klinisch verifiziert
Dieser Artikel wurde vom klinischen Redaktionsteam von THE BALANCE verfasst und von einem approbierten Arzt oder Psychotherapeuten (z. B. Arzt, Psychiater, klinischer Psychologe oder vergleichbare Qualifikation) geprüft. Unsere Gutachter stellen sicher, dass die Informationen dem aktuellen Forschungsstand, anerkannten medizinischen Leitlinien und bewährten Verfahren in der Behandlung von psychischen Erkrankungen und Suchterkrankungen entsprechen. Die medizinischen Redakteure von THE BALANCE verfügen über umfangreiche klinische Erfahrung in der Betreuung von Patienten in stationären, ambulanten und privaten Luxusbehandlungseinrichtungen in ganz Europa und weltweit.
Redaktionelle Standards & Integrität
THE BALANCE befolgt strenge redaktionelle und klinische Prüfstandards, um Genauigkeit, Ausgewogenheit und Zuverlässigkeit zu gewährleisten:
Alle medizinischen Aussagen basieren auf maßgeblichen Quellen wie der WHO, dem NIMH, der APA, dem NHS, dem CDC und der SAMHSA.
Statistiken verwenden die aktuellsten und zuverlässigsten verfügbaren Forschungsergebnisse. Medizinische oder therapeutische Aussagen werden nur mit klaren, überprüfbaren Belegen getroffen. Die Inhalte werden regelmäßig überprüft und aktualisiert, um den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen, Behandlungsleitlinien und klinischen Best Practices Rechnung zu tragen. Kommerzielle Interessen haben keinen Einfluss auf die klinische Genauigkeit; alle klinischen Erkenntnisse werden unabhängig geprüft. Empfehlungen beinhalten gegebenenfalls Kontext, Einschränkungen und Alternativen.
Wie wir Quellen prüfen
Unsere klinischen Autoren und Redakteure stützen sich auf:
Peer-Review-Studien und Metaanalysen
Nationale und internationale Behandlungsleitlinien
Berufsverbände und Aufsichtsbehörden
Verifizierte öffentliche Daten von renommierten Institutionen
Wir verwenden keine anekdotischen Berichte, unbestätigten Behauptungen oder kommerziell voreingenommenen Quellen. Jede faktische Aussage wird durch gesicherte Erkenntnisse gestützt.
Interessenkonflikte
THE BALANCE bietet private Behandlungsleistungen im Bereich psychische Gesundheit und Sucht an. Unsere klinischen Gutachter gewährleisten jedoch, dass alle Inhalte objektiv, nicht werblich und ausgewogen bleiben. Bei der Erörterung von Behandlungsoptionen erläutern wir deren Grenzen, Risiken und Alternativen. Die Sicherheit unserer Leser und eine fundierte Entscheidungsfindung stehen für uns an erster Stelle.
Sicherer Umgang mit diesen Informationen
Psychische Erkrankungen und Suchterkrankungen sind komplex und individuell sehr unterschiedlich. Die Informationen in diesem Artikel dienen ausschließlich allgemeinen Bildungszwecken und ersetzen keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wenn Sie oder jemand in Ihrem Umfeld Symptome aufweist, wenden Sie sich bitte an eine qualifizierte medizinische Fachkraft. Um die Genauigkeit und Vertrauenswürdigkeit unserer Artikel zu gewährleisten, aktualisiert THE BALANCE diese regelmäßig, sobald neue Forschungsergebnisse und klinische Leitlinien verfügbar sind.
Brauchen Sie Hilfe?
Wenn Sie Probleme haben, müssen Sie diese nicht allein bewältigen. Es gibt Unterstützung – egal ob Sie sich überfordert, ängstlich oder depressiv fühlen oder mit Alkohol- oder Drogenproblemen zu kämpfen haben. Wenn Sie sich unsicher fühlen, sich selbst gefährden oder jemand anderes in unmittelbarer Gefahr ist, rufen Sie sofort den Notruf an.
Sprechen Sie jetzt mit jemandem (kostenlos & vertraulich)
Wählen Sie Ihr Land, um eine vertrauenswürdige Hotline in Ihrer Nähe zu finden:
Spanien
Suizid- und Krisen-Hotline: 024 (rund um die Uhr, kostenlos, mehrsprachig)
Samaritans in Spanien: 900 525 100 (rund um die Uhr)
Schweiz
Die Dargebotene Hand / La Main Tendue: 143 (rund um die Uhr)
Pro Juventute (Jugend): 147
Vereinigtes Königreich
Samaritans: 116 123 (rund um die Uhr, kostenlos)
NHS-Notfallhilfe bei psychischen Problemen: 111 (rund um die Uhr)
Vereinigte Staaten
988 Suizid- und Krisen-Hotline – Anruf, SMS oder Chat unter 988 (rund um die Uhr)
Kanada
9-8-8 Suizid-Krisen-Hotline – Anruf oder SMS unter 988 (rund um die Uhr, landesweit)
Talk Suicide Kanada (alternativ): 1-833-456-4566
Frankreich
Nationale Suizidpräventionsnummer: 3114 (rund um die Uhr, kostenlos)
Deutschland
TelefonSeelsorge: 116 123
Alternativnummern: 0800 111 0 111 / 0800 111 0 222
Italien
Telefono Amico Italia: 800 860 022 oder 02 2327 2327
Kein Notfall, aber Sie benötigen Unterstützung?
Wenn Sie sich nicht in unmittelbarer Gefahr befinden, aber sich Sorgen um sich selbst oder eine Ihnen nahestehende Person machen, kann es entscheidend sein, frühzeitig Hilfe zu suchen.
Hilfsangebote in Ihrer Nähe finden
Diese Website listet geprüfte Fachkräfte für psychische Gesundheit, Suchtspezialisten und Behandlungsprogramme auf, die nach Land und Ort durchsucht werden können. Nutzen Sie den Bereich „Behandlung finden“ / „Anbieter“, um verfügbare Optionen zu entdecken.
Oder kontaktieren Sie uns
Wenn Sie Hilfe bei den nächsten Schritten benötigen, können Sie sich vertraulich an unser Team wenden. Wir hören Ihnen unvoreingenommen zu und helfen Ihnen, passende Optionen zu finden.
Kontaktieren Sie unser Team
Telefon: +41445005111
E-Mail: help@thebalance.clinic
Erreichbarkeit: Mo.–So., 7:00–22:00 Uhr MEZ
Sie wissen nicht, was Sie sagen sollen? Schreiben Sie einfach: „Ich brauche Hilfe.“ Wir kümmern uns um den Rest.
