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Kathimerini · Redaktionelle Betrachtungen

Wenn Beziehungen Ihnen wenig Raum lassen

Beziehungsmuster, Grenzen und Unterstützung: Gedanken zum Kathimerini-Bericht über Liebessucht mit fachlichen Einschätzungen von Dr. Sarah Boss von THE BALANCE.

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KathimeriniExpertenkommentar

Συναντήσεις ανθρώπων εθισμένων στην αγάπη

Iliana Magra (Ηλιάνα Μάγρα), Autorin · 14. Februar 2026 · Griechisch

Iliana Magras Bericht für Kathimerini bezieht Dr. Sarah Boss von THE BALANCE ein und berichtet zugleich über ein Unterstützungstreffen. Er wurde am 14. Februar 2026 veröffentlicht. Dieser Begleitbeitrag gibt keine Geschichten von Teilnehmenden wieder und stellt Liebessucht nicht als Selbstdiagnose dar.

Eine Beziehung kann zum Mittelpunkt werden, um den sich der ganze Tag dreht. Nachrichten bestimmen, ob der Morgen hoffnungsvoll beginnt, Pläne bleiben vorläufig, bis die andere Person antwortet, und eigene Interessen treten allmählich in den Hintergrund. Wer dieses Muster erkennt, muss nicht sofort entscheiden, wie es zu benennen ist. Am Anfang steht die Frage, wie viel Raum für die eigenen Bedürfnisse, Verantwortlichkeiten und Entscheidungen bleibt.

In Kathimerini berichtet die Journalistin Iliana Magra über Menschen, die Unterstützung bei Erfahrungen suchen, die als Liebessucht beschrieben werden. Der Artikel enthält fachliche Einschätzungen von Dr. Sarah Boss von THE BALANCE. Dieser begleitende Beitrag nimmt die Berichterstattung zum Ausgangspunkt für eine Reflexion, ohne aus einem medial verwendeten Begriff eine Diagnose zu machen.

Die Frage ist nicht, ob tiefe Zuneigung ein Problem ist. Entscheidend ist, ob die Art, wie eine Beziehung Ihr Leben einnimmt, für Sie tragbar ist, auf Gegenseitigkeit beruht und frei gewählt ist. Konkrete Erfahrungen zu betrachten, kann es erleichtern, eine Grenze zu erkennen, um Unterstützung zu bitten oder in einem professionellen Gespräch zu erklären, was schwierig war.

Vier Fragen zur Vorbereitung

  1. Welche Bereiche meines Lebens haben an Raum verloren, während ich darauf warte, mich in dieser Beziehung sicher zu fühlen?

  2. Was weiß ich tatsächlich, und was versuche ich immer wieder aus Anzeichen abzuleiten?

  3. Welche Grenze würde meine Zeit, meine Privatsphäre oder mein Wohlbefinden schützen, ohne einen anderen Menschen zu kontrollieren?

  4. Wer kann mir helfen, klar zu denken, und dabei meine Entscheidungen und meine Sicherheit respektieren?

Beschreiben Sie das Muster mit einfachen Worten

Beginnen Sie mit einer konkreten Situation aus der letzten Zeit. Vielleicht haben Sie eine Verabredung abgesagt, weil die Person, mit der Sie eine Beziehung führen, möglicherweise Zeit haben würde. Vielleicht haben Sie eine kurze Nachricht immer wieder gelesen oder etwas zugestimmt, das Sie nicht wollten, weil ein Widerspruch zu riskant erschien. Beschreiben Sie, was geschehen ist, was Sie sich erhofft hatten und was diese Entscheidung Sie gekostet hat. Konkrete Beispiele lassen sich leichter betrachten als ein pauschales Urteil darüber, zu bedürftig zu sein oder zu sehr zu lieben.

Achten Sie auf Wiederholungen, ohne davon auszugehen, dass jeder schwierige Moment dasselbe bedeutet. Eine abgesagte Verabredung während einer außergewöhnlichen Krise unterscheidet sich von einer Konstellation, in der Ihre Verfügbarkeit regelmäßig als selbstverständlich gilt. Betrachten Sie das Muster über längere Zeit und achten Sie darauf, ob beide Personen Bedenken ansprechen können. Der Kontext ist wichtig, etwa Krankheit, räumliche Entfernung, kulturelle Erwartungen und Verpflichtungen außerhalb der Beziehung.

Konzentrieren Sie sich bei der Beschreibung auf das, was Sie beobachten können. Vielleicht wissen Sie, dass eine Nachricht unbeantwortet blieb; warum, wissen Sie möglicherweise nicht. Vielleicht wissen Sie, dass eine Vereinbarung nicht eingehalten wurde; die Beweggründe eines anderen Menschen lassen sich nicht dadurch feststellen, dass Sie dies endlos durchdenken. Ereignisse von Interpretationen zu trennen, erleichtert die Entscheidung, welche Frage ein direktes Gespräch erfordert und welche Ungewissheit Sie nicht allein auflösen können.

Gewinnen Sie wieder etwas Raum für Ihr eigenes Leben

Denken Sie an die alltäglichen Aktivitäten, durch die sich eine Woche wie Ihre eigene anfühlt. Dazu können Arbeit, Studium, Freundschaften, Bewegung, die Ihnen Freude macht, Zeit mit der Familie, Erholung oder ein persönliches Interesse gehören. Was davon lässt sich inzwischen nur schwer bewahren? Wählen Sie einen Bereich, den Sie wieder aufgreifen möchten, und treffen Sie dafür eine konkrete Vereinbarung. Es geht darum, wieder an einen wertvollen Teil Ihres Lebens anzuknüpfen, nicht darum, jemand anderem Unabhängigkeit vorzuführen.

Sie könnten beispielsweise eine feste Verabredung im Freundeskreis einhalten, statt den Abend auf unbestimmte Zeit freizuhalten. Oder Sie könnten eine wichtige Aufgabe abschließen, bevor Sie nachsehen, ob eine Antwort eingegangen ist. Dafür müssen Sie nicht so tun, als wäre Ihnen die Beziehung nicht mehr wichtig. Sie erkennen damit an, dass auch anderes wichtig ist und dass Ihre Verpflichtungen einen Platz im Kalender verdienen.

Wenn es unmöglich erscheint, sich persönlichen Freiraum zu nehmen, versuchen Sie zu verstehen, was dem entgegensteht. Gibt es praktische Abhängigkeiten, Angst vor Konflikten, finanzielle Einschränkungen oder ausdrückliche Drohungen? Unterschiedliche Hindernisse erfordern unterschiedliche Unterstützung. Der Vorschlag, mehr Zeit mit Hobbys zu verbringen, reicht nicht aus, wenn jemand kontrolliert oder eingeschüchtert wird. Suchen Sie unter solchen Umständen vertrauliche, geeignete Hilfe zu Ihrer Sicherheit und Ihren Handlungsmöglichkeiten, statt das Problem als mangelnde Pflege eigener Interessen zu behandeln.

Lassen Sie manche Fragen lange genug offen, um nachdenken zu können

Der Wunsch nach Rückversicherung kann jede Pause in eine Frage verwandeln, die sofort beantwortet werden muss. Überlegen Sie vor einer weiteren Nachricht, was die Antwort klären soll. Steht eine praktische Entscheidung an, etwa die Uhrzeit eines Treffens? Oder hoffen Sie, dass eine einzige Antwort alle Zweifel an der Beziehung ausräumt? Das sind unterschiedliche Anliegen, und das zweite lässt sich möglicherweise nicht in einem einzigen Austausch beantworten.

Entwickeln Sie einen praktischen Umgang mit der Ungewissheit, die Sie benennen können. Wenn Pläne unklar sind, schlagen Sie einen Zeitpunkt vor, bis zu dem Sie sich entscheiden müssen. Wenn ein schwieriges Gespräch aussteht, vereinbaren Sie, wann es stattfinden kann. Wenn keine neuen Informationen vorliegen, wählen Sie eine Tätigkeit, die Ihre Aufmerksamkeit verdient, während die Frage offenbleibt. Das ist ein Versuch, die Wartezeit anders zu nutzen, keine Aufforderung, Gefühle zu unterdrücken.

Machen Sie aus diesem Versuch keine weitere starre Regel. Manchmal ist ein zeitnahes Gespräch angemessen, manchmal hilft eine Pause. Entscheidend ist, ob Sie bewusst wählen können, statt wiederholt gegen Ihre eigenen Absichten zu handeln. Besprechen Sie das Muster mit einer Person Ihres Vertrauens, wenn es sich weiterhin nur schwer unterbrechen lässt oder einen großen Teil Ihres Tages einnimmt.

Setzen Sie konkrete Grenzen, deren Umsetzung in Ihrer Hand liegt

Eine Grenze beschreibt, woran Sie sich beteiligen oder wie Sie reagieren werden. Sie garantiert nicht, dass ein anderer Mensch so fühlt, denkt oder handelt, wie Sie es sich wünschen. Sie könnten entscheiden, eine bestehende Verpflichtung nicht ohne triftigen Grund abzusagen, private Nachrichten privat zu halten oder ein Gespräch mit Beleidigungen zu unterbrechen, bis es respektvoll fortgesetzt werden kann.

Drücken Sie sich klar aus, wenn ein direktes Gespräch sicher möglich ist. Erklären Sie, welche Regelung Sie brauchen und was Sie selbst tun können. Vermeiden Sie eine lange Auseinandersetzung, mit der Sie erst vollständige Zustimmung zu Ihren Gefühlen erreichen wollen, bevor Ihre Grenze berechtigt sein darf. Ein anderer Mensch kann anderer Meinung sein und dennoch dafür verantwortlich bleiben, Ihre Entscheidung zu respektieren. Sie können sich die andere Sichtweise anhören, ohne Ihr Recht auf eine eigene aufzugeben.

Überlegen Sie, welche Unterstützung Ihnen helfen würde, Ihre Grenze einzuhalten. Ein Mensch aus Ihrem Freundeskreis kann Ihnen helfen, an einer Verabredung festzuhalten, eine Beratungsfachkraft kann Sie dabei unterstützen, wiederkehrende Schwierigkeiten zu verstehen, oder es kann praktische Beratung zu Wohnsituation oder Finanzen nötig sein. Bei Einschüchterung, Zwang oder angedrohter Gewalt hat vertrauliche Unterstützung für Ihre Sicherheit Vorrang. Eine Kommunikationsübung ist kein Ersatz für Hilfe in einer unsicheren Situation.

Wählen Sie Unterstützung, die zur tatsächlichen Schwierigkeit passt

Menschen nutzen unterschiedliche Formen der Unterstützung, um Beziehungsmuster zu verstehen. Eine vertraute Person aus dem Freundeskreis kann zuhören, eine Gruppe von Menschen mit ähnlichen Erfahrungen kann Austausch ermöglichen, und eine qualifizierte Fachperson kann anhaltende Belastungen beurteilen. Diese Rollen unterscheiden sich. Die Begriffe einer Gruppe können helfen, eine Erfahrung zu beschreiben. Sich mit einer Bezeichnung zu identifizieren, begründet jedoch weder eine klinische Diagnose noch legt es die richtige Behandlung fest.

Die Informationen des National Institute of Mental Health zur Psychotherapie beschreiben Ansätze zum Umgang mit belastenden Gefühlen, Gedanken und Verhaltensweisen, bei denen die Behandlung an individuelle Bedürfnisse angepasst wird. Wenn Sie professionelle Hilfe suchen, bringen Sie die konkreten Situationen zur Sprache, die Sie beschäftigen, und erklären Sie, wie diese sich auf Arbeit, Schlaf, Verpflichtungen oder Beziehungen auswirken.

Fragen Sie, was die Fachperson gemeinsam mit Ihnen untersuchen möchte und wie Sie überprüfen werden, ob die Zusammenarbeit hilfreich ist. Vielleicht wünschen Sie sich Unterstützung bei der Kommunikation, beim Verständnis wiederholter Entscheidungen, beim Umgang mit Belastungen oder beim Abwägen einer schwierigen Entscheidung. Sie müssen nicht schon mit den richtigen Fachbegriffen kommen. Ein hilfreicher Ausgangspunkt ist eine ehrliche Beschreibung dessen, was schwierig geworden ist und was Sie gern anders hätten. Unterstützung sollte Raum für Ihre Prioritäten und Ihr Tempo lassen.

Wenn Sie eine Person aus Ihrem Freundeskreis um ihre Sichtweise bitten, erklären Sie, welche Art von Hilfe Sie wünschen. Vielleicht brauchen Sie Gesellschaft, um eine Verabredung einzuhalten, jemanden, der zuhört und keinen Kontakt zu der Person aufnimmt, mit der Sie eine Beziehung führen, oder Hilfe bei der Suche nach professioneller Unterstützung. Sprechen Sie klar über Vertraulichkeit. Jemand kann Ihnen zugewandt sein, ohne den Auftrag zu erhalten, Nachforschungen über einen anderen Menschen anzustellen oder über die Zukunft Ihrer Beziehung zu entscheiden.

Prüfen Sie, ob für beide Menschen Raum bleibt

Beobachten Sie nach einer kleinen Veränderung, was geschieht. Können Sie eine persönliche Verpflichtung einhalten, ohne bestraft oder dauerhaft unter Druck gesetzt zu werden? Lassen sich Bedenken besprechen, ohne dass die gesamte Beziehung von Ihrer Zustimmung abhängig gemacht wird? Können beide Personen Nein sagen? Diese Fragen helfen Ihnen, die Qualität des alltäglichen Miteinanders zu betrachten, statt sich nur an intensiven Momenten der Nähe oder des Konflikts zu orientieren.

Die Reaktion auf eine angemessene Grenze kann Aufschluss geben. Vermeiden Sie jedoch, einen einzelnen Austausch als abschließendes Urteil zu betrachten. Berücksichtigen Sie das übergreifende Muster und den Kontext und holen Sie bei Bedarf eine Außenperspektive ein. Wenn die Beziehung weiterhin verwirrend bleibt, schreiben Sie auf, welche Entscheidungen bei Ihnen liegen und welche Fakten Sie noch benötigen. Sie können einen praktischen Schritt tun, ohne sofort die gesamte Zukunft festzulegen.

Achten Sie darauf, wie Sie während dieses Prozesses über sich selbst sprechen. Eine Entscheidung zu beschreiben, die Sie bereuen, ist etwas anderes, als zu erklären, Sie seien zu gesunden Beziehungen nicht fähig. Die erste Beschreibung lässt Raum, eine Situation zu verstehen und eine Entscheidung zu überdenken. Die zweite macht aus einer schwierigen Erfahrung eine Identität. Wählen Sie Worte, die überlegtes Lernen, Vielschichtigkeit und eine andere Reaktion beim nächsten Mal zulassen.

Sich selbst Raum zu geben, setzt nicht voraus, gleichgültig zu werden. Es bedeutet, ein Leben zu führen, in dem die Zuwendung zu einem anderen Menschen neben den eigenen Verpflichtungen, Freundschaften, Werten und der eigenen Sicherheit bestehen kann. Der nächste Schritt kann ein klareres Gespräch, ein erneuter Kontakt zu einer vertrauten Person aus dem Freundeskreis oder professionelle Unterstützung sein. Wählen Sie einen Schritt, der Ihre Fähigkeit stärkt, in echter Freiheit zu denken und zu handeln.

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