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Jil Moore
Jil MooreDirektorin Kundenbeziehungen
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Cynthia NakhleAufnahmemanagerin

Technologie & menschliche Verbundenheit

Menschliche Nähe im digitalen Alltag bewahren

Eine praxisnahe Betrachtung der Rolle dialogorientierter KI im Alltag, der damit verbundenen Fragen und der Beziehungen, die Zeit jenseits des Bildschirms verdienen.

OriginalpublikationOriginalbericht lesen
news24.chKommentar auf Grundlage von Unternehmensinformationen

ChatGPT as an Emotional Companion: Experts Observe Growing Dependence on AI

Von belmedia Redaktion · 4. September 2026 · Deutsch

Dieser auf Unternehmensinformationen beruhende Artikel zitiert Dr. Sarah Boss von THE BALANCE und nennt THE BALANCE als Quelle.

Im September 2026 veröffentlichte news24.ch vom Unternehmen bereitgestellte Kommentare von THE BALANCE, darunter Sarah Boss’ Perspektive auf emotionale Beziehungen zu dialogorientierter KI. Das Thema wirft Fragen dazu auf, welchen Platz ein digitales Werkzeug im Alltag einnimmt. Wofür nutzen Sie es, was geschieht nach dem Gespräch, und in welchen Lebensbereichen ist weiterhin die Beteiligung eines anderen Menschen nötig?

Dieser redaktionelle Beitrag bietet einen praxisnahen Ansatz, um über diese Fragen nachzudenken, ohne alltägliche Technologienutzung mit einer Diagnose zu versehen. Ein Gespräch mit einem KI-System kann unterschiedlichen Zwecken dienen: eine Nachricht entwerfen, Gedanken ordnen oder einen stillen Moment überbrücken. Entscheidend ist die konkrete Frage, welche Rolle das System für Sie angenommen hat. Diese Rolle zu verstehen, kann Ihnen helfen zu entscheiden, was Sie beibehalten und was Sie überdenken möchten und wann ein menschliches Gespräch oder qualifizierter fachlicher Rat erforderlich ist. Ziel ist es, die eigene Entscheidungsfähigkeit zu bewahren und Raum für Beziehungen, Verpflichtungen und Informationen jenseits des Bildschirms zu lassen.

Vier Fragen zur Vorbereitung

  1. Was suchen Sie, wenn Sie ein Gespräch beginnen, und hilft Ihnen der Austausch, daraus konkrete Schritte abzuleiten?

  2. Welche Entscheidungen erfordern unabhängige Informationen oder eine qualifizierte Fachperson statt einer generierten Antwort?

  3. Welche persönlichen Angaben teilen Sie, und verstehen Sie die Datenschutzregelungen des Dienstes?

  4. Welche menschlichen Beziehungen oder Alltagsaktivitäten verdienen Zeit, die derzeit in die Nutzung des Werkzeugs fließt?

Erkennen Sie, welche Aufgabe Sie dem Werkzeug übertragen haben

Beginnen Sie mit einem alltäglichen Beispiel statt mit der Gesamtzahl der Nutzungsstunden. Denken Sie an die letzten Male, in denen Sie dialogorientierte KI genutzt haben. Haben Sie ein Dokument vorbereitet, einen Gedanken durchgearbeitet, Informationen gesucht oder sich eine Antwort gewünscht, als niemand sonst verfügbar war? Je nach Zweck stellen sich unterschiedliche Fragen dazu, ob der Austausch hilfreich war.

Fragen Sie sich, was danach geschah. Haben Sie die entworfene Nachricht versendet, die Informationen überprüft oder den nächsten praktischen Schritt unternommen? Oder ging das Gespräch weiter, ohne Sie Ihrem ursprünglichen Anliegen näherzubringen? Hier geht es darum, die Nutzung zu betrachten, nicht Ihren Charakter zu beurteilen. Dabei kann sichtbar werden, wann das Werkzeug einem klaren Zweck dient und wann sich dieser Zweck nur noch schwer benennen lässt.

Erwägen Sie, vor einer Nutzung, die häufig länger dauert als geplant, Ihr Vorhaben kurz aufzuschreiben. Vielleicht wünschen Sie sich drei Ideen zu einer Frage, die Sie mit jemandem besprechen möchten, oder Hilfe beim Ordnen von Notizen für einen Termin. Ein klarer Zweck gibt Ihnen einen Punkt vor, an dem Sie aufhören und zur eigentlichen Tätigkeit zurückkehren können. Er erleichtert es auch zu erkennen, wann eine andere Art der Unterstützung dem Bedarf unmittelbarer gerecht würde.

Gleichen Sie wichtige Antworten mit verlässlichen Informationen ab

Eine flüssig formulierte Antwort ist kein Beleg für ihre Richtigkeit. Die Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation zu generativer KI im Gesundheitswesen benennen Risiken durch unzutreffende, verzerrte oder unvollständige Ausgaben. Wenn eine Frage Ihre Gesundheit betrifft, nutzen Sie den Austausch, um Ihre Fragen an eine qualifizierte Fachperson zu ordnen, statt selbst eine Diagnose zu stellen oder eigenständig einen Behandlungsplan zu ändern.

Fragen Sie bei Tatsachenbehauptungen, anhand welcher Quelle Sie die Information überprüfen können. Öffnen Sie die Quelle und prüfen Sie, ob sie die konkrete Aussage stützt und nicht lediglich das allgemeine Thema behandelt. Ein Link in einer Antwort ist der Anfang einer Überprüfung. Betrifft die Information eine wichtige persönliche Entscheidung, überlegen Sie, welche relevanten Zusammenhänge dem System möglicherweise fehlen und wer für eine angemessene Beratung verantwortlich ist.

Es kann helfen, in Ihren Notizen drei Dinge voneinander zu trennen: die Frage, den generierten Vorschlag und die überprüften Informationen, die Sie andernorts erhalten haben. So verhindern Sie, dass eine plausible Antwort allmählich zu einer vermeintlich erinnerten Tatsache wird. Das macht auch das Gespräch mit einer Fachperson hilfreicher: Sie können erläutern, worüber Sie unsicher sind, ohne eine generierte Schlussfolgerung als bereits gesicherte Erkenntnis darzustellen.

Entscheiden Sie bewusst, welche Informationen Sie teilen

Ein vertrauter Ton kann ein digitales Gespräch privat erscheinen lassen. Die tatsächlichen Datenschutzregelungen des Dienstes müssen jedoch gesondert geprüft werden. Lesen Sie vor der Eingabe sensibler Angaben die aktuellen Informationen des Anbieters zur Datennutzung, Speicherung und zu verfügbaren Einstellungsmöglichkeiten. Diese Regelungen unterscheiden sich und können sich ändern. Leiten Sie sie daher nicht daraus ab, wie beruhigend eine Antwort klingt.

Fragen Sie sich, ob sich eine Aufgabe mit weniger identifizierenden Angaben erledigen lässt. Für einen Nachrichtenentwurf sind möglicherweise weder ein vollständiger Name noch eine Adresse oder die private Vorgeschichte eines anderen Menschen erforderlich. Wenn es im Gespräch um eine andere Person geht, überlegen Sie, ob überhaupt ein Grund besteht, deren Informationen offenzulegen. Eine allgemeine Beschreibung kann ausreichen, um Ihre Frage zu ordnen, ohne die persönlichsten Einzelheiten der Situation zu übermitteln.

Behalten Sie bei gesundheitlichen Anliegen die Rolle des Werkzeugs klar im Blick. Eine kurze Fragenliste vorzubereiten ist etwas anderes, als eine vollständige Akte zu teilen und anzunehmen, das System verstehe nun Ihre Behandlung. Bei sensiblen Informationen oder einer bedeutsamen Entscheidung kann eine professionelle Beziehung mit klaren Verantwortlichkeiten der angemessene Rahmen für das Gespräch sein. Entscheidend ist, welche Informationen in welchen Rahmen gehören, und nicht allein, ob sich ein Gespräch angenehm anfühlt.

Lassen Sie Raum für Menschen, die im realen Leben reagieren können

Menschliche Beziehungen umfassen gemeinsame Lebensumstände, gegenseitige Verantwortung und die Möglichkeit, praktisch zu handeln. Wenn ein digitales Gespräch zur ersten Reaktion auf jede Schwierigkeit wird, fragen Sie sich, welches menschliche Gespräch dennoch nötig sein könnte. Vielleicht muss eine Person in Ihrer Partnerschaft von einer ungelösten Meinungsverschiedenheit erfahren, jemand aus dem Kollegenkreis benötigt eine Klärung oder eine Fachperson muss ein Anliegen beurteilen.

Mitunter lässt sich das Werkzeug nutzen, um diesen Kontakt vorzubereiten. Sie könnten die Punkte ordnen, die Sie ansprechen möchten, oder einen ersten Nachrichtenentwurf verfassen. Behalten Sie dabei den menschlichen Austausch als Ziel im Blick – einschließlich der Möglichkeit, dass die andere Person anders reagiert als erwartet. Die Vorbereitung sollte Raum für deren Perspektive lassen, statt den gesamten Gesprächsverlauf vorab festzulegen.

Achten Sie besonders auf Fragen nach den Absichten anderer Menschen. Ein System kann Ihnen helfen, mögliche Erklärungen zu entwickeln. Eine plausible Deutung einer Nachricht aus Ihrer Partnerschaft oder des Verhaltens einer Person aus Ihrem Kollegenkreis bestätigt jedoch nicht, was diese Person gemeint hat. Behandeln Sie solche Vorschläge als Hypothesen und überlegen Sie, ob eine direkte, respektvolle Frage hilfreicher wäre. Wenn Sie das Werkzeug zum Formulieren dieser Frage nutzen, prüfen Sie, ob die Sprache Ihrer eigenen Ausdrucksweise entspricht und Raum für die Antwort der anderen Person lässt. Ziel ist es, das tatsächliche Gespräch zu verbessern, nicht mit einer fertigen Deutung hineinzugehen, die Ihr Gegenüber akzeptieren muss. Unsicherheit ausdrücklich erkennbar zu lassen, kann den Entwurf offener machen und verhindern, dass Spekulationen schon vor dem Gespräch mit der betreffenden Person mit gemeinsamem Wissen verwechselt werden.

Wählen Sie einen konkreten Kontakt, den Sie herstellen möchten. Das könnte bedeuten, ein Telefonat zu vereinbaren, jemanden um ein Treffen zu bitten oder eine geeignete Fachperson zu kontaktieren. Wenn Ihnen der nächste Schritt schwerfällt, beschreiben Sie, was ihn schwierig macht, statt ihn unbegrenzt weiter durchzuspielen. Sie können eine vertraute Person um praktische Hilfe bei der Kontaktaufnahme bitten. Relevant ist die Unterstützung, die auf die tatsächliche Situation eingehen kann – einschließlich der Verantwortung, die ein generiertes Gespräch nicht übernehmen kann.

Richten Sie Grenzen an einem persönlichen Zweck aus

Eine Grenze ist hilfreicher, wenn Sie erklären können, was sie schützt. Vielleicht möchten Sie bei einer Mahlzeit aufmerksam bleiben, eine Aufgabe abschließen, bevor Sie ein weiteres Gespräch beginnen, oder Zeit für eine Beziehung bewahren. Wählen Sie eine Regelung, die diesem Zweck entspricht, statt eine willkürliche Regel zu übernehmen, nur weil sie diszipliniert klingt.

Wer beispielsweise ein Planungsgespräch immer wieder verlängert, könnte beschließen, nach dem Erstellen einer Gliederung zur eigentlichen Aufgabe zurückzukehren. Wer das Werkzeug in jedem stillen Moment öffnet, könnte eine bestimmte Tätigkeit der ungeteilten Aufmerksamkeit vorbehalten. Dies sind praktische Versuche, die eigene Zeit zu gestalten. Sie begründen keine Diagnose und ersetzen keine professionelle Unterstützung, wenn das Nutzungsmuster erheblichen Leidensdruck oder erhebliche Schwierigkeiten verursacht.

Überprüfen Sie die Regelung nach einer gewöhnlichen Woche. Hat sie es erleichtert, der vorgesehenen Tätigkeit nachzugehen? Ist ein anderer Bedarf deutlicher geworden? Wenn es schwierig war, die Grenze einzuhalten, fragen Sie sich, was Ihnen das Gespräch gegeben hat und ob eine andere Form der Unterstützung nötig ist. Die Antwort kann eine praktische Veränderung sein, ein menschliches Gespräch oder ein Termin, um Anliegen zu besprechen, die den Alltag beeinträchtigen. Es geht darum, das Muster zu verstehen, statt die Rückschau in Selbstkritik münden zu lassen.

Klären Sie, welcher Frage Sie weiter nachgehen möchten

Wählen Sie nach dieser Reflexion einen nächsten Schritt. Sie könnten anhand der aktuellen Dokumentation des Anbieters eine Datenschutzeinstellung klären, eine wichtige Aussage überprüfen oder Kontakt zu jemandem aufnehmen, dessen Perspektive bislang fehlt. Eine kleine Handlung kann den Umgang mit dem Werkzeug bewusster machen, ohne dass dafür ein pauschales Urteil über jede Technologienutzung nötig ist.

Wenn Ihnen die Nutzung schwer kontrollierbar erscheint oder Beziehungen, Verpflichtungen oder Ihr Wohlbefinden beeinträchtigt, erwägen Sie, das Muster mit einer qualifizierten Fachperson zu besprechen. Beschreiben Sie, was geschieht und wie es Ihr Leben beeinflusst, statt bereits mit einer Bezeichnung dafür ins Gespräch gehen zu wollen. Das gibt dem Gespräch einen konkreten Ausgangspunkt und überlässt die Beurteilung der dafür geeigneten Person.

Dialogorientierte KI kann viele Rollen einnehmen, und diese Rollen verdienen es, gelegentlich überprüft zu werden. Ein hilfreicher Maßstab ist, ob ihr Platz in Ihrem Alltag weiterhin nachvollziehbar und bewusst gewählt bleibt. Prüfen Sie wichtige Informationen, suchen Sie für persönliche Anliegen angemessene Unterstützung und lassen Sie genügend Raum für die Menschen und Tätigkeiten, die dem übrigen Leben seinen Inhalt geben.

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