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Ruhe & Erholung

Erholung, die zum Alltag gehört

Wie Sie mit realistischen Übergängen, gemeinsamen Absprachen und Aktivitäten, die für sich genommen Freude machen, Raum für Ruhe und Freizeit schaffen können.

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Rest and Recreation / AbecederPodcast-Interview

Living a Life in Balance – a conversation with author Abdullah Boulad

Moderiert von Michael Millward · 24. Januar 2025 · Englisch

Michael Millward empfängt Abdullah Boulad von THE BALANCE zu einem Gespräch über sein Buch und seinen Ansatz für Balance.

Erholung lässt sich leicht zur Priorität erklären. Schwieriger ist es, in einer vollgepackten Woche Platz dafür zu finden. In Rest and Recreation spricht Michael Millward mit Abdullah Boulad, dem Gründer von THE BALANCE, über dessen Buch und seinen persönlichen Weg zu einer anderen Lebensgestaltung. Die Original-Audiofolge ist oben verfügbar.

Beim Zuhören kann dieses Gespräch eine praktische Frage aufwerfen: Wo findet Zeit ohne Verpflichtungen tatsächlich Platz? Die Antwort kann ein Abend zu Hause sein, eine verlässliche Pause zwischen verschiedenen Aufgaben oder eine Beschäftigung, für die Sie seit Jahren keinen Raum mehr geschaffen haben. Das muss nicht so aussehen wie die Routine anderer Menschen.

Die folgenden Überlegungen befassen sich damit, wie Ruhe und Freizeitaktivitäten unter alltäglichen Bedingungen möglich werden. Sie laden dazu ein, zu klären, was Sie sich von dieser Zeit wünschen, Absprachen mit anderen zu treffen und eine Vorgehensweise zu wählen, die auch in arbeitsreichen Phasen praktikabel bleibt. Sie können mit einem Teil der Woche beginnen, statt alles auf einmal neu zu gestalten.

Vier Fragen zur Vorbereitung

  1. Welche Art von Zeit ohne Verpflichtungen fehlt mir derzeit?

  2. Welche Verantwortung muss ich klar übergeben, bevor ich eine Pause machen kann?

  3. Was würde mir Freude machen, auch wenn ich danach kein Ergebnis vorweisen könnte?

  4. Welche kleine Absprache würde diese Zeit tatsächlich möglich machen?

Klären Sie, was Sie sich von einer Pause wünschen

Mit einer freien Stunde können ganz unterschiedliche Wünsche verbunden sein. Vielleicht wünschen Sie sich Ruhe, Gesellschaft, Bewegung, Unterhaltung oder die Befriedigung, etwas mit den Händen zu tun. Wenn Sie diesen Wunsch benennen, fällt es leichter, eine Beschäftigung zu wählen, die in die verfügbare Zeit passt.

Unterscheiden Sie zwischen unverplanter Zeit und Zeit, die sich tatsächlich frei anfühlt. Auch bei einem leeren Kalender kann die Erwartung bestehen, für einen Anruf bereitzustehen oder Probleme im Haushalt zu lösen. Dann besteht die erste Aufgabe möglicherweise darin, Zuständigkeiten zu klären, statt eine ansprechendere Beschäftigung zu finden.

Fragen Sie sich, was eine Pause für heute ausreichend rund machen würde. Vielleicht ist es ein abgeschlossenes Kapitel, draußen zu sitzen, ohne etwas organisieren zu müssen, oder ein ungestörtes Gespräch. Setzen Sie die Anforderungen nicht so hoch, dass ein kurzes Zeitfenster unbrauchbar wird. Auch ein überschaubarer Zeitraum kann einen klaren Zweck haben.

Ihre Vorlieben können sich von denen anderer unterscheiden. Ein geselliges Treffen kann an einem Tag willkommen sein und sich an einem anderen wie eine weitere Verpflichtung anfühlen. Beschreiben Sie, was Sie in der jeweiligen Situation brauchen, statt eine bestimmte Form der Freizeitgestaltung grundsätzlich für besser zu halten. So bleibt die Entscheidung an Ihrer Erfahrung orientiert und lässt sich anpassen, wenn sich Ihre Lebensumstände oder Interessen ändern.

Gestalten Sie einen klaren Übergang aus der Verantwortung

Wenn eine Aufgabe kein erkennbares Ende hat, kann eine bewusste Übergabe nötig sein, um sich davon zu lösen. Halten Sie fest, wie weit die Arbeit fortgeschritten ist, was noch aussteht und wann Sie sich wieder darum kümmern. Wenn jemand anderes auf das Ergebnis angewiesen ist, klären Sie vor Ihrer Pause, wann und bei wem die nächste Kontaktmöglichkeit besteht.

Ein solcher Übergang kann ganz alltäglich sein. Schließen Sie das Dokument, nachdem Sie den nächsten Schritt notiert haben, räumen Sie Arbeitsmaterialien weg oder wechseln Sie nach Feierabend den Ort. Wählen Sie etwas, das einen Wechsel der Tätigkeit signalisiert, ohne eine weitere aufwendige Routine zu schaffen, die Sie aufrechterhalten müssen.

Klären Sie bei gemeinsamen Aufgaben, was eine Auszeit konkret bedeutet. Ein Elternteil, der sich eine Stunde Freizeit nimmt, braucht möglicherweise eine andere erwachsene Person, die sich um aufkommende Fragen kümmert. Wer den Dienst beendet, muss unter Umständen eine bestimmte Person für dringende Anfragen benennen. Die Absprache wird hilfreicher, wenn beide Beteiligten wissen, wer verantwortlich ist.

Manche Aufgaben erfordern tatsächliche Erreichbarkeit. Sprechen Sie in diesem Fall offen über die Grenzen und klären Sie, welche Art von Pause dennoch möglich ist. Vielleicht lassen sich alltägliche Unterbrechungen reduzieren, während Sie für eine vereinbarte Situation erreichbar bleiben. Klare Erwartungen helfen dabei, tatsächliche Verantwortung von der Gewohnheit zu unterscheiden, immer wieder nachzusehen, ob jemand etwas brauchen könnte.

Wählen Sie Freizeitaktivitäten ohne Leistungsanspruch

Denken Sie an Beschäftigungen, die Sie interessiert haben, bevor Sie sich fragten, ob Sie gut darin sind. Zeichnen, Musizieren, Gartenarbeit, Spiele oder die Lektüre zu einem unbekannten Thema können ein Ausgangspunkt sein. Sie können ein Interesse wieder aufgreifen, ohne sofort Ausrüstung zu kaufen, einen Kurs zu belegen oder einen langfristigen Plan anzukündigen.

Probieren Sie zunächst eine kleine Variante aus. Leihen Sie Materialien aus, nutzen Sie etwas, das Sie bereits besitzen, oder fragen Sie im Freundeskreis, ob Sie einmal bei einer Aktivität dabei sein können. Es geht darum herauszufinden, ob Ihnen die Erfahrung heute Freude macht. Ihr früheres Interesse kann sich verändert haben, und auch das ist eine hilfreiche Erkenntnis.

Lassen Sie Raum dafür, dass eine Beschäftigung privat bleibt. Ein Foto zu teilen oder Fortschritte festzuhalten kann Freude machen, ist aber keine Voraussetzung dafür, dass die Zeit zählt. Wenn das Dokumentieren zur Hauptverpflichtung wird, überlegen Sie, was Sie sich ursprünglich von der Aktivität gewünscht haben.

Freizeitaktivitäten lassen sich auch gemeinsam genießen, ohne daraus einen Wettbewerb zu machen. Verständigen Sie sich darauf, worum es bei dem Treffen geht: gemeinsam Zeit zu verbringen, ungezwungen etwas zu lernen oder ein vertrautes Spiel zu genießen. Erfahrenere Beteiligte können dazu beitragen, das Tempo für alle angenehm zu halten. Eine Aktivität lässt sich leichter frei wählen, wenn man weder beweisen muss, dass man die Teilnahme verdient, noch einen Maßstab erfüllen muss, auf den sich niemand wirklich geeinigt hat.

Überlegen Sie, die Verabredung schon vor Wochenbeginn konkret zu machen. Teilen Sie einer befreundeten Person mit, wann Sie Zeit haben, legen Sie Materialien dort bereit, wo Sie sie verwenden werden, oder vereinbaren Sie die Übergabe der Aufgaben im Haushalt. Jeder dieser Schritte greift einen praktischen Grund auf, aus dem die Gelegenheit sonst unverbindlich bleiben könnte. Bereiten Sie nur das vor, was für diesen Anlass nötig ist. Die Absprache sollte den Einstieg in die Freizeitaktivität erleichtern und zugleich genügend Offenheit lassen, um sie ohne einen aufwendigen Ablaufplan genießen zu können.

Treffen Sie faire Absprachen für den Haushalt

Zeit ohne Verantwortung hängt oft davon ab, dass jemand anderes Aufgaben übernimmt. Sprechen Sie diese Arbeit direkt an. Listen Sie auf, welche Aufgaben abgedeckt werden müssen, einschließlich Vorbereitung und Aufräumen, und vereinbaren Sie, wer sie übernimmt. Eine Pause wird praktikabler, wenn die dafür nötige Aufgabenverteilung sichtbar ist.

Fragen Sie, ob die Absprache auch der anderen Person Freiraum eröffnet. Fairness bedeutet nicht immer identische Zeitpläne, aber beide sollten erklären können, wie ihre Bedürfnisse berücksichtigt werden. Eine regelmäßige Überprüfung kann helfen, wenn sich Erwerbsarbeit, Betreuungs- oder Pflegeaufgaben oder Reisegewohnheiten verändern.

Stellen Sie eine persönliche Vorliebe nicht als Notfall dar, der automatisch Vorrang vor den Plänen aller anderen hat. Erklären Sie, warum Ihnen die Zeit wichtig ist, und hören Sie zu, welche praktischen Folgen sich daraus ergeben. Möglicherweise müssen Sie den Zeitpunkt verschieben, die Aktivität verkürzen oder eine andere Form der Unterstützung finden.

Wenn Sie allein leben, überlegen Sie, welche Aufgaben warten können, ohne ein größeres Problem zu verursachen. Eine einfache Mahlzeit vorzubereiten oder eine Besorgung auf einen anderen Tag zu legen, kann ein kleines Zeitfenster eröffnen. Orientieren Sie sich an Ihren tatsächlichen Möglichkeiten. Hilfreich ist die Frage, welche Organisation die Gelegenheit ermöglicht – nicht, ob Ihre Lebensumstände einem Idealbild von Freizeit entsprechen.

Halten Sie Pläne auch bei Veränderungen praktikabel

Ein Freizeitplan kann flexibel sein, ohne dauerhaft zur bloßen Option zu werden. Überlegen Sie, was Sie tun würden, wenn der ursprünglich vorgesehene Zeitpunkt nicht mehr möglich wäre. Ein kürzerer Spaziergang, ein kurzes Telefonat oder ein Abend mit einem Buch könnte den Zweck des Plans bewahren, auch wenn sich seine Form ändert.

Unterscheiden Sie zwischen einer einmaligen Unterbrechung und einem wiederkehrenden Muster. Wenn dieselbe Verpflichtung jede Woche Ihre freie Zeit verdrängt, löst ein weiterer Planungsversuch den zugrunde liegenden Konflikt möglicherweise nicht. Besprechen Sie die wiederkehrende Anforderung mit den Personen, die dafür mitverantwortlich sind, und überlegen Sie, was sich realistisch ändern lässt.

Sie können auch eine kurze Liste mit Aktivitäten führen, die zu unterschiedlichen Umständen passen. Nehmen Sie etwas für ein kurzes Zeitfenster auf, etwas für einen längeren Zeitraum und etwas, das gemeinsam mit anderen Freude macht. Halten Sie die Liste so einfach, dass die Auswahl nicht zu einer weiteren Verwaltungsaufgabe wird.

Wenn ein Plan scheitert, prüfen Sie die Rahmenbedingungen, statt die Unterbrechung als Urteil über Ihre Fähigkeit zur Erholung zu betrachten. War der Zeitpunkt unrealistisch? Wusste eine andere Person nichts von dem Plan? Musste eine unverzichtbare Aufgabe erledigt werden? Die Antwort kann Ihnen helfen, eine praktische Anpassung vorzunehmen. Eine hilfreiche Routine ist eine, zu der Sie nach einer Unterbrechung zurückkehren können und die flexibel genug bleibt, um zu Ihrem tatsächlichen Leben zu passen.

Blicken Sie auf die Erfahrung zurück, ohne Arbeit daraus zu machen

Stellen Sie sich nach einer Aktivität einige einfache Fragen. Wollten Sie dort sein? Hat Ihnen die Absprache die erwartete Zeit verschafft? Würden Sie wieder etwas Ähnliches wählen? Diese Beobachtungen können die nächste Entscheidung erleichtern, ohne dass dafür ein Bewertungssystem nötig ist.

Achten Sie darauf, ob die Aktivität ein anderes Bedürfnis erfüllt hat als erwartet. Ein Kurs kann wegen der Gesellschaft wertvoll sein, während ein vertrautes Hobby willkommenes Alleinsein ermöglicht. Lassen Sie diese Erkenntnis in Ihren nächsten Plan einfließen. Die ursprüngliche Absicht muss nicht unverändert bleiben.

Wenn Erholung schwerfällt, weil anhaltende Sorgen oder Verpflichtungen immer wieder die Oberhand gewinnen, überlegen Sie, mit wem Sie über das konkrete Hindernis sprechen könnten. Das könnte jemand aus dem Kollegenkreis sein, eine Person, mit der Sie die Hausarbeit teilen, oder eine geeignete Fachperson, wenn das Anliegen über die Zeitplanung hinausgeht. Beschreiben Sie, was geschieht und welche Hilfe Sie suchen.

Halten Sie im Kalender eine überschaubare Verabredung fest: eine Aktivität, ein Gespräch oder einen Zeitraum, den Sie gemeinsam freizuhalten vereinbart haben. Ihr Wert hängt nicht davon ab, ob daraus eine lebensverändernde Erfahrung wird. Ruhe und Freizeitaktivitäten können als ganz gewöhnliche Dinge zum Alltag gehören, für die es sich lohnt, Raum zu schaffen. Beginnen Sie mit einer für Sie nachvollziehbaren Absprache und lassen Sie sich von Ihrer Erfahrung zeigen, was die nächste Gelegenheit hilfreicher machen würde.

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