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Jil MooreDirektorin Kundenbeziehungen
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Führung & Gespräche am Arbeitsplatz

Mit Neugier und klaren Erwartungen führen

Bereiten Sie Arbeitsgespräche besser vor: Beobachtungen beschreiben, Verantwortlichkeiten klären, Zusammenhänge verstehen und berufliche Grenzen wahren.

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Management Blueprint / Summit OSVideointerview

125: Practice Psychological Management With Abdullah Boulad

Moderiert von Steve Preda · 25. Mai 2023 · Englisch

Steve Preda interviewt Abdullah Boulad von THE BALANCE bei Management Blueprint. Der offizielle Herausgeber verlinkt das oben eingebettete Video.

Eine Führungskraft kann Menschen mit Neugier begegnen und zugleich klare Erwartungen an die Arbeit formulieren. Diese Verbindung bietet einen hilfreichen Ausgangspunkt für das Gespräch zwischen Steve Preda und Abdullah Boulad im Format Management Blueprint von THE BALANCE. Das Originalinterview ist über das eingebettete Video und den oben stehenden Link zum Herausgeber verfügbar.

Für alle, die ein Team führen, stellt sich die praktische Frage, wie sich ein hilfreiches Gespräch führen lässt, wenn etwas unklar ist oder nicht wie erwartet funktioniert. Am Anfang stehen beobachtbare Ereignisse, die damit verbundenen Verantwortlichkeiten und die Bereitschaft, Informationen aufzunehmen, die einem möglicherweise noch fehlen.

Die folgenden Überlegungen konzentrieren sich auf Führungsentscheidungen und Kommunikation. Sie zeigen Möglichkeiten auf, nach Zusammenhängen zu fragen, ohne die Persönlichkeit von Mitarbeitenden zu interpretieren oder eine therapeutische Rolle zu übernehmen. Ein klares Gespräch kann die Person respektieren, die Rahmenbedingungen der Arbeit prüfen und mit einer verständlichen Zusammenfassung enden, was alle Beteiligten als Nächstes tun werden.

Vier Fragen zur Vorbereitung

  1. Was habe ich tatsächlich beobachtet, unabhängig von meiner Interpretation?

  2. Welche Erwartung oder Verantwortung muss möglicherweise klarer erläutert werden?

  3. Welche Informationen könnte die andere Person ergänzen, die mir derzeit fehlen?

  4. Welche konkrete Vereinbarung würde die nächste Arbeitsphase verständlicher machen?

Beginnen Sie mit einem Ereignis, das Sie beschreiben können

Notieren Sie vor einem schwierigen Gespräch das konkrete Ereignis, das den Anlass dafür gegeben hat. Ein Bericht ging nach dem vereinbarten Termin ein, eine Entscheidung blieb offen oder bei einer Übergabe fehlten jemandem notwendige Informationen. Beschreiben Sie, was geschehen ist und wie sich dies auf die Arbeit ausgewirkt hat, ohne ein Motiv zu unterstellen.

Prüfen Sie, ob die Erwartung tatsächlich vereinbart war. Eine von Ihnen vorausgesetzte Frist wurde möglicherweise nicht kommuniziert, und ein Ihnen vertrauter Standard kann für jemand anderen neu sein. Sehen Sie sich die betreffende Anweisung oder Besprechung an, bevor Sie Ihr eigenes Verständnis als gemeinsam anerkannte Tatsache behandeln.

Wählen Sie für das Gespräch ein überschaubares Thema. Wenn Sie sämtliche Ärgernisse der vergangenen Monate zusammenführen, kann es schwierig werden, einen sinnvollen nächsten Schritt zu erkennen. Beginnen Sie mit dem wichtigsten Ereignis und erläutern Sie, weshalb es gerade jetzt Aufmerksamkeit erfordert.

Lassen Sie im Gespräch Raum für Korrekturen. Sie können schildern, wie Sie die Situation verstanden haben, und fragen, ob in dieser Darstellung etwas fehlt. Dazu müssen Sie weder Verantwortung ausklammern noch ein tatsächliches Problem verharmlosen. Vielmehr schaffen Sie eine genauere Grundlage für die Besprechung. Eine klare Beschreibung ermöglicht es beiden Personen, dieselbe Situation zu betrachten, statt sich gegen ein pauschales Urteil über Charakter, Engagement oder Fähigkeiten verteidigen zu müssen.

Fragen Sie nach den Rahmenbedingungen der Arbeit

Erkunden Sie die Bedingungen, unter denen die Arbeit erledigt werden sollte. Fragen Sie nach konkurrierenden Prioritäten, fehlenden Informationen, Abhängigkeiten und Entscheidungen, die den Beitrag einer anderen Person erforderten. Diese Fragen können zeigen, ob die Rahmenbedingungen tatsächlich so praktikabel waren, wie sie aus Ihrer Perspektive erschienen.

Achten Sie auf Unterschiede zwischen zugewiesener Verantwortung und tatsächlicher Entscheidungsbefugnis. Jemand kann für ein Ergebnis verantwortlich sein, ohne eine dafür notwendige Entscheidung treffen zu können. Klären Sie in diesem Fall, wer die entsprechende Befugnis hat und wie die Entscheidung angefragt oder an die zuständige höhere Ebene weitergegeben werden sollte.

Betrachten Sie die Übergaben im Zusammenhang mit der Aufgabe. Wann hat die Person die Informationen erhalten? War das erwartete Format klar? Hat ein anderes Team die Anforderungen geändert? Eine hilfreiche Darstellung umfasst den zeitlichen Ablauf, damit Sie ein wiederkehrendes Prozessproblem von einer einmaligen Schwierigkeit unterscheiden können.

Fragen Sie, was aus Sicht der Person die Arbeit besser bewältigbar machen würde, und bewerten Sie den Vorschlag anschließend gemeinsam. Möglicherweise erkennt sie eine praktische Anpassung, die Ihnen entgangen ist. Vielleicht müssen Sie auch Einschränkungen erläutern, die für die andere Person nicht erkennbar sind. Ziel ist, die Rahmenbedingungen ausreichend zu verstehen, um eine konkrete Entscheidung darüber treffen zu können. Halten Sie das Gespräch auf die Arbeit bezogen, statt nach einer persönlichen Erklärung zu suchen, bevor die praktischen Bedingungen geprüft wurden.

Formulieren Sie Erwartungen so konkret, dass sie umsetzbar sind

Eine Anweisung wie „Verbessern Sie die Kommunikation“ lässt viele Entscheidungen offen. Beschreiben Sie, welche Informationen benötigt werden, wer sie braucht, wann sie vorliegen sollten und welches Format hilfreich wäre. Konkrete Erwartungen ermöglichen der anderen Person einzuschätzen, ob die vereinbarten Rahmenbedingungen realistisch sind.

Prüfen Sie das Verständnis durch eine kurze Zusammenfassung. Bitten Sie alle Beteiligten, ihren jeweiligen Anteil an der Vereinbarung zu erläutern, einschließlich möglicher Abhängigkeiten von anderen. So können Unterschiede sichtbar werden, solange noch Zeit zur Klärung bleibt. Eine schriftliche Zusammenfassung im Anschluss ist besonders hilfreich, wenn mehrere Personen Verantwortung tragen.

Unterscheiden Sie wesentliche Anforderungen von persönlichen Vorlieben. Eine regulatorische Frist, eine Zusage gegenüber einem Kunden und der von Ihnen bevorzugte Dokumentstil haben unterschiedliche Konsequenzen. Erläutern Sie den Grund für eine Anforderung, damit das Team versteht, wo Spielraum besteht und wo nicht.

Wenn Prioritäten miteinander in Konflikt stehen, übernehmen Sie Verantwortung dafür, diesen Konflikt auf der geeigneten Ebene zu lösen. Die Aufforderung, jede Aufgabe als dringend zu behandeln, lässt die zentrale Entscheidung offen. Benennen Sie, welches Ergebnis Vorrang hat und was mit den übrigen Aufgaben geschehen soll. Erwartungen werden glaubwürdiger, wenn sie auch die Zeit, Informationen und Befugnisse berücksichtigen, die zu ihrer Erfüllung erforderlich sind. Überprüfen Sie die Vereinbarung erneut, wenn sich diese Bedingungen ändern, statt jemanden an einem Plan festzuhalten, der die Situation nicht mehr abbildet.

Denken Sie etwa an einen Bericht, der verspätet eingeht, weil die verfassende Person auf Zahlen eines anderen Teams wartet. Im Gespräch lässt sich klären, wann diese Zahlen angefordert wurden, wer eine Alternative genehmigen konnte und welche Vorabinformation die empfangende Person benötigt hätte. Die nächste Vereinbarung könnte eine frühere Anfrage, eine namentlich benannte Ansprechperson für die Eskalation und eine vorläufige Fassung bei weiterhin ausstehenden Daten vorsehen. Damit erhält jede Person einen klar definierten Handlungsschritt. Zugleich entsteht eine konkrete Grundlage für die Überprüfung nach dem nächsten Abgabetermin, statt der verfassenden Person lediglich die allgemeine Anweisung zu geben, besser zu kommunizieren, während dieselbe Abhängigkeit ungelöst bleibt. Fragen Sie alle Beteiligten, ob der vorgeschlagene Ablauf praktikabel und verstanden ist, bevor Sie ihn als vereinbart betrachten.

Wahren Sie angemessene Grenzen bei persönlichen Mitteilungen

Mitarbeitende entscheiden sich möglicherweise dafür, in einem Arbeitsgespräch eine persönliche Schwierigkeit anzusprechen. Hören Sie respektvoll zu und fragen Sie, welche praktische Unterstützung im Zusammenhang mit der Arbeit gewünscht wird. Drängen Sie nicht auf intime Einzelheiten, die für das Gespräch über die Rahmenbedingungen der Arbeit nicht erforderlich sind.

Erläutern Sie Ihre Rolle und die innerhalb der Organisation verfügbaren Ressourcen. Beziehen Sie, soweit relevant, nach den etablierten Verfahren die zuständige Ansprechperson aus dem Personalbereich oder der Arbeitsmedizin ein. Versprechen Sie keine Regelung, Vertraulichkeitszusage oder Anpassung der Arbeitsbedingungen, zu der Sie nicht befugt sind.

Trennen Sie Rückmeldungen im Rahmen Ihrer Führungsaufgabe von Spekulationen über die Gesundheit. Eine versäumte Frist begründet keine Diagnose, und eine persönliche Mitteilung erklärt nicht jeden Aspekt der Arbeitsleistung eines Menschen. Konzentrieren Sie sich auf das Arbeitsthema und ermöglichen Sie zugleich, dass das passende Gespräch über Unterstützung über geeignete Wege stattfinden kann.

Fragen Sie, wie die Person praktische Informationen im Rahmen der Verantwortlichkeiten der Organisation vorzugsweise weitergeben lassen möchte. Wenn andere im Kollegium von einer Änderung des Zeitplans wissen müssen, klären Sie, was durch wen mitgeteilt werden soll. Respektvolle Grenzen erleichtern allen Beteiligten den Umgang mit der Situation. Die Führungskraft kann klare Informationen und praktische Koordination anbieten, ohne die Verantwortung für das Privatleben der Person zu übernehmen oder persönliche Ratschläge als professionelle Behandlung darzustellen.

Sprechen Sie Meinungsverschiedenheiten an, ohne einen Wettstreit daraus zu machen

Zwei Menschen können dasselbe Ereignis bei der Arbeit unterschiedlich interpretieren. Die eine Person sieht möglicherweise eine angemessene Bitte, die andere eine Änderung, die zu spät kam, um sie noch berücksichtigen zu können. Bitten Sie beide, den Ablauf und die Auswirkungen aus ihrer jeweiligen Perspektive zu beschreiben, bevor Sie entscheiden, was sich ändern muss.

Benennen Sie zunächst den Punkt, in dem Einigkeit besteht. Beide wünschen sich möglicherweise eine verlässliche Übergabe, auch wenn sie unterschiedliche Auffassungen darüber haben, was diese verhindert hat. Nutzen Sie dieses gemeinsame Ziel als Rahmen für die praktische Frage: Welche Information oder Entscheidung würde die nächste Übergabe klarer machen?

Sprechen Sie Ihren eigenen Anteil offen an. Wenn eine Anweisung zu spät kam, eine Priorität ohne Erklärung geändert wurde oder ein Anliegen unbeantwortet blieb, erkennen Sie diesen Teil der Situation an. Damit liefern Sie relevante Informationen und tragen dazu bei, Verantwortung konkret statt einseitig zu betrachten.

Wenn sich eine Meinungsverschiedenheit im Gespräch nicht lösen lässt, benennen Sie das weitere Vorgehen. Möglicherweise benötigen Sie den Beitrag einer weiteren Person, eine Klärung der geltenden Richtlinie oder die Entscheidung einer Person mit der entsprechenden Befugnis. Legen Sie fest, wie es mit dem Thema weitergeht und wer dafür verantwortlich ist. Vermeiden Sie, dass die Beteiligten den Konflikt anschließend über informelle Nachrichten fortführen. Ein klares Verfahren kann die Arbeitsbeziehung erhalten, während die offene Frage die notwendige Aufmerksamkeit erhält.

Setzen Sie die tatsächlich getroffene Vereinbarung um

Beenden Sie das Gespräch mit einer Zusammenfassung der Entscheidungen. Benennen Sie die Maßnahme, die verantwortliche Person, den Zeitpunkt und die benötigte Unterstützung. Halten Sie offene Fragen getrennt fest, damit sie nicht mit Vereinbarungen verwechselt werden. Versenden Sie eine knappe schriftliche Zusammenfassung, wenn dies allen hilft, auf Grundlage desselben Verständnisses zu arbeiten.

Wählen Sie einen zur Aufgabe passenden Zeitpunkt für die Überprüfung. Dabei geht es darum festzustellen, ob die Vereinbarung funktioniert hat und ob eine weitere Anpassung nötig ist. Fragen Sie nach dem praktischen Ergebnis, statt lediglich zu bestätigen, dass das Gespräch stattgefunden hat.

Halten Sie Ihre eigenen Zusagen ein. Wenn Sie eine Entscheidung, Informationen oder eine Ressource zugesagt haben, stellen Sie diese bereit oder erläutern Sie zeitnah, welches Hindernis besteht. Die Verlässlichkeit einer Führungskraft gehört ebenso wie die Verantwortlichkeiten des Teams zu den Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit, die überprüft werden.

Nutzen Sie diese Gespräche im Laufe der Zeit, um wiederkehrende organisatorische Fragen zu erkennen. Sind Prioritäten regelmäßig unklar? Warten mehrere Teams auf dieselbe Entscheidung? Bringen Sie wiederkehrende Muster auf der Ebene zur Sprache, auf der sie bearbeitet werden können. Neugier wird zu hilfreicher Führung, wenn sie zu einem besseren Verständnis und konkretem Handeln führt. Ziel ist ein Arbeitsumfeld, in dem Menschen erklären können, was erwartet wird, ein praktisches Anliegen ansprechen können und wissen, wie mit einer ungelösten Frage umgegangen wird.

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